Kennt jemand die Firma Eisenschmid

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11.06.2022 12:31
#16 RE: Infos zum Orgelprojekt an der Hochschule
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Naja, wenn man strikt bloß die Norm und nichts weiteres umgesetzt hätte, wäre doch ein 0815-Spieltisch rausgekommen, den man auch sonstwo herbekommt. Ein bisschen Design drumherum stört doch niemanden (dachte ich :D), und war doch von den Randbedingungen her auch gefordert.

Und wenn ich mir bestimmte Kirchen in Bayern so anschaue, frage ich mich deutlich stärker, wie es denn aussähe, wenn man all das Unnötige wegließe (Gold, Schnörkel, Marmor, fette Engelchen, noch mehr Gold, Seitenkapellen mit Altären mit Marmor, Schnörkeln und noch mehr Gold, ein opulentes Deckengemälde, dass man fast seekrank wird... -- aber dafür dann Sitzbänke mit einer Holzleiste im Rücken, sodass man sich nicht anlehnen kann)...

Also das ist immer ein bisschen Geschmacksfrage am Ende ;)


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11.06.2022 12:58 (zuletzt bearbeitet: 11.06.2022 12:59)
#17 RE: Infos zum Orgelprojekt an der Hochschule
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@Regal acht

Sorry! Was ist denn DAS jetzt für ein abwertender Kommentar gegen Ornamentik und künstlerische Ausschmückungen, die natürlich keinen rationalistischen "Zweck" haben und zweifelsohne auch Geld kosten!

Wenn Dir Kirchen besser gefallen, die an Bahnhofshallen gemahnen, bitte!
Da wird man dann m.E. vielleicht nicht seekrank, aber vielleicht eher gemütskrank...

Und wenn wir SO anfangen, alles was keinen rationalistischen "Zweck" hat, in Frage zu stellen, kommen wir auch bald an die Frage, wozu es eigentlich Orgeln und Musik überhaupt "braucht"!

Nur mal so...

Viele Grüße
Bernhard

PLZ (erste zwei Ziffern): 69

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11.06.2022 14:31
#18 RE: Infos zum Orgelprojekt an der Hochschule
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Zitat von Canticus im Beitrag #17
Was ist denn DAS jetzt für ein abwertender Kommentar gegen Ornamentik und künstlerische Ausschmückungen, die natürlich keinen rationalistischen "Zweck" haben und zweifelsohne auch Geld kosten!...

Ja, absolut hat das eine (Un-)Menge Geld gekostet. Und je nach Geschmack sieht es auch toll aus.
Je nach Geschmack aber auch nicht. Wenn ich z.B. in Landsberg in einem (tollen!) Orgelkonzert gesessen bin, hat mich diese over-the-top-Dekoration in jeder Blickrichtung aber immer ziemlich abgelenkt (während ich drauf achten musste, mir keine Rückenwirbel auszurenken -- u.U. steht das Gestühl aber unter Denkmalschutz und man muss die Kante drin lassen).
Es ist eben persönlich. Und zwischen katholisch-bayerischer Barockkirche und protestantischem Nachkriegsbau mit Sichtbeton und Glasbausteinen gibt es ja ein ganzes Spektrum an Design =)

Meine Übertreibung war natürlich ein bisschen reductio ad absurdum.
Eigentlich ging es mir um was, was gar nicht viel anders ist, als das, was du sagst -- nämlich darum, dass nicht per se alles, was über Funktionalität raus geht, grundsätzlich wegzulassen ist. Und solange der Spieltisch keine 20-Tonnen-Marmorsäulen und edelsteinbesetztes Notenpult bekommt, finde ich ein bisschen Dekoration und künstlerischen Ausdruck leicht verschmerzbar.


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11.06.2022 15:27 (zuletzt bearbeitet: 11.06.2022 15:29)
avatar  ( gelöscht )
#19 RE: Infos zum Orgelprojekt an der Hochschule
Gast
( gelöscht )

Mich persönlich würden die (Design) Alternativen viel eher interessieren - auch wenn es nur ein paar Skizzen sind und keine perfekt ausgeleuchteten CAD-Modelle

ich erinnere mich an eine Ausstellung in der evangelischen Kirche Werl (Diaspora) zu irgendeinem Jubiläum mit sämtlichen eingereichten Entwürfen - meiner Meinung nach hat das (damalige) Presbyterium zielsicher den langweiligsten Entwurf ausgewählt - allerdings muss man neidlos zugeben, dass alles in dem Bau wirklich sehr praktisch ist und gut funktioniert
(ich glaube es gibt da ganz wenig Beton - was es allerdings auch nicht viel besser/schöner macht ;-)

ein Pfarrer, der später dort war, hatte ein richtiges Händchen für Design und hat sowohl beim Orgelprospekt (Eule) als auch beim neuen GemeindeHaus kräftig "mitgemischt" - beides ist wirklich sehr gelungen...

zwischen Fraser Gartshore und richard mcveigh liegt ein weites Feld nicht nur voll mit Blumen und Eichen

Gruß oliver


pS: gemeint sind die Spieltische der beiden vorgenannten!


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19.07.2022 22:50
avatar  Nassard
#20 RE: Kennt jemand die Firma Eisenschmid
Na

Keine Ahnung, ob dieser Thread noch so richtig aktuell ist...
Vor wenigen Jahren war ich geschäftlich in der Andechser Gegend unterwegs und hatte die Werkstatt dort besucht. Damals grübelte ich noch intensiv über einen Spieltisch für HW und hatte diesen Orgelbauer im Internet entdeckt. Mein Besuch war natürlich mit der Hoffnung verbunden, dass man bereits an HW-Kunden customized consoles geliefert hat. Stattdessen musste ich erklären, was HW eigentlich ist und seltsamerweise wollte man diese Klientel nicht bedienen, fürchtend, dass dadurch die Stammkundschaft verloren ginge. Hab ich nicht recht verstanden, aber egal! In der Werkstatt standen jedenfalls zwei im Bau befindliche Spieltische umher und man konnte gut erkennen, dass dieses Handwerk gut beherrscht wird.
Mittlerweile kann sich ja schon einiges dort geändert haben und vielleicht hat man ja erkannt, dass sich mit HW eine weitere Klientel erobern ließe, ganz ohne eine andere zu verlieren. Rein handwerklich dürfte der Betrieb über jeden Zweifel erhaben sein.


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09.08.2022 21:47 (zuletzt bearbeitet: 09.08.2022 21:49)
#21 RE: Kennt jemand die Firma Eisenschmid
Br

@Nassard:

Eisenschmid ist ein etablierter Zulieferer fuer Orgelbauer und baut seit ueber 100 Jahren(!) Orgelspieltische.
(Und die sind wirklich unkaputtbar, diese Teile!)

Dass Orgelbauer mit «MIDI» nicht viel anfangen koennen, ist relativ schnell erklaert: Es spielt einfach keine Rolle!

Das MIDI-Protokoll stammt aus dem 80er Jahren - Es ist rein seriell, hat eine sehr geringe Bandbreite, keine Bidirektionalitaet, keine Fehlerkorrektur usw.; also fuer den «Produktiveinsatz» in einer Pfeifenorgel einfach total ungeeignet.
Heuss verbaut z.Zt. In ihren Spieltischen Industriekomponenten von Siemens(!), Laukhuff hatte ein etwas anderes System, was zumindest teilweise auf «MIDIoIP» basiert.
Fuer die serioesen Orgelbauer ist eine MIDI-Schnittstelle eigentlich nur «Beiwerk».

Jörg Glebe hat - soweit ich weiss? - seinen Spieltisch von Heuss auch nur «nackig» - also ohne jegliches Innenleben! - geliefert bekommen.

Ich habe mal eine sehr lange Diskussion mit (m)einem Orgelbauer darueber gehabt:
- Die erste steile Huerde sind vor allem die Gewaehrleistung und die Haftung. Die werden nicht ohne weiteres fremde «Consumerware» verbauen, fuer die Die dann auch evt. gradestehen muessen.
- Orgelbauer haben vor allem auch beim Thema Sicherheit etwas andere Masstaebe, an die sie sich verhalten muessen.
Wenn dir daheim an der HW-Installation eine Platine durchschmort und dir die Huette in Brand sitzt, ist das deine Sache. Aber in einer Kirche? :-?

Ich bin mir aber ziemlich sicher:
Eisenschmidt wird dir sicherlich einen individuellen HW-Spieltisch bauen!
(Die Frage ist nur, ob du dass dann auch bezahlen kannst oder willst….)

Brummbass


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09.08.2022 23:02
avatar  Nassard
#22 RE: Kennt jemand die Firma Eisenschmid
Na

Hallo Brummbass,

dass Eisenschmid sein Handwerk beherrscht, hatte ich ja bereits erwähnt.
Grundsätzlich lebt jeder Handwerker davon, Aufträge zu erhalten und das Argument dieses Orgelbauers erschien mir wenig plausibel. Man verliert, nichts wenn man sich eine neue Klientel erobert, vermutlich ist sogar das Gegenteil der Fall.

Natürlich bin ich mir sicher, dass ich dort eine nette Konsole bekommen kann.
Nur leider schwimme ich - wie vermutlich die meisten hier im Forum - nicht gerade im Geld und habe mich daher entschlossen, meinen Spieltisch selbst zu bauen. In Kürze werde ich diesen auch hier vorstellen.


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09.08.2022 23:13
avatar  Nassard
#23 RE: Kennt jemand die Firma Eisenschmid
Na

@Brummbass

Gewährleistungen könnte man vertraglich auch ausschließen, das müsste mit dem Kunden eben so vereinbart werden. Ein Blick auf Orgelbaufirma Kutter in Thüringen verrät, dass es durchaus möglich ist, sowohl Pfeife als auch Elektronik zu beherrschen. Im übrigen sind an meinen Platinen abgesicherte 5 Volt am Start, daher mache ich mir wegen der Brandgefahr eher kaum Gedanken und eine computergesteuerte Setzeranlage wird meines Wissens mit ähnlicher Spannung versorgt.


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