Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?

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06.08.2013 23:48
avatar  Romanus ( gelöscht )
#1 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Ro
Romanus ( gelöscht )

Ich beginne garade,mich auch für Viscount Unico zu interessieren,nachdem ich dieses sehr ansprechende (Amateur-)Video gesehen und gehört habe:
https://www.youtube.com/watch?v=5eAnsVK0dMI

Dieser (angeblich sogar serienmäßige) Klang (wenn man vom Expander und den 2 kleinen Boxen mal absieht) kommt meiner Vorstellung von einer weichen,spätromantischen Intonation näher als die meisten aktuellen Sakralorgeln dieser Preisklasse. Dafuer: Das weiche Einschwingen mit diskreter Winddruck-Instabilität finde ich sehr gelungen.
Wenn ich so eine Unico noch etwas nachintoniere,habe ich vielleicht schon fast den Klang,den ich mir wünsche.

Wenn ich richtig informiert bin,unterscheiden sich CL4 (Preis: 9995 EU) und CLV4 (Preis: 8350 EU) eigentlich nur in der Gehäuseausführung,wobei mir das CLV-Gehäuse immer noch schön genug wäre (immerhin ist es nicht "sportlich-schlank" ). Die Preisersparnis von 1645 EU bei der CLV4 kann sich jedenfalls sehen lassen.

Jetzt würde ich gern wissen,wie es eigentlich mit der Polyphoniekapazität der CLV4 oder der Unico allgemein aussieht.
So viel ich weiß,ist die Physis-Technologie ja kein gewöhnliches Sampling,sondern ähnelt der Oberton-Rekonstruktion von Eminent. Entfällt damit etwa das leidige Polyphonie-Problem der meisten herkömmlichen Digitalorgeln ? (Bei Eminent tut es das angeblich.)
Vielleicht können die Experten unter euch diese Frage beantworten ?


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07.08.2013 12:44
#2 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
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Administrator

Das Interesse an Unico steigt auch bei mir wieder.
An deiner Stelle würde ich das Erscheinen der SV-4 abwarten, die vermutlich noch günstiger zu haben sein wird, aber eine deutlich verbesserte Abstrahlung mitbringt.


Gloria Concerto 234 Trend DLX

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09.08.2013 07:46
avatar  Kontrabombarde 32 ( gelöscht )
#3 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Ko
Kontrabombarde 32 ( gelöscht )

Hallo Romanus,

ich hab seit 1995 ne Hymnus 4D von Ahlborn und seit April 2013 ne Unico 400.

Bei beiden habe ich noch nie einen Mangel an Kapazität festgestellt.

Sag mir bitte, wie ich das testen soll.

Reichen 10 Tasten im Hauptmanual, wobei ich die anderen beiden dazu kopple und zwei Tasten im Pedal, wobei ich dazu alle 3 Manuale kopple und sämtlicher Register einschalte?

Oder muß ich mit einem Brett alle Tasten eines Manuals niederdrücken?

Sorry für meine blöDen Fragen, aber wie gesagt ich habe noch nie ein Limit bei diesen beiden Orgeln festgestellt, wobei ich noch nie die ganzen Unterarme eingesetzt habe.

Gruß

Kontrabombarde 32


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09.08.2013 10:37
avatar  Copula ( gelöscht )
#4 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Co
Copula ( gelöscht )

Bei mir fiel es auf, als ich einen E-Dur-Akkord über zwei Oktaven mit 2 Stimmen im Pedal gespielt habe. Registriert hatte ich ein Plenum, was wohl schon zu viel war, um die Septime in der Mitte erklingen zu lassen...


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09.08.2013 12:31
avatar  Romanus ( gelöscht )
#5 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Ro
Romanus ( gelöscht )

Zitat von Kontrabombarde 32
Hallo Romanus,

Sag mir bitte, wie ich das testen soll.

Reichen 10 Tasten im Hauptmanual, wobei ich die anderen beiden dazu kopple und zwei Tasten im Pedal, wobei ich dazu alle 3 Manuale kopple und sämtlicher Register einschalte?

Oder muß ich mit einem Brett alle Tasten eines Manuals niederdrücken?


Hallo Kontrabombarde,
kein Problem,das geht so:

1 Manual-Register + Pedalkoppel einschalten und nacheinander mit Füßen und Händen soviele Töne wie möglich zeitlich versetzt anschlagen,alle angeschlagenen Töne liegenlassen und dabei genau hinhören,ob beim Anschlagen eines neuen Tons ein bereits liegender ausfällt oder ab einer gewissen Anzahl neu angeschlagene Töne nicht mehr hörbar sind !

Zur Auswertung:
Alles 14 ist first class !

Von der Ahlborn Hymnus IV weiß ich zufällig,daß die Polyphoniekapazität nur 8 beträgt. Diese Orgel stammt aus den 90er-Jahren,ich habe so eine 1996 ausprobiert und sofort gemerkt,wo ihr schwacher Punkt ist.
Über diese Schwäche der kleinen Hymnus hat sich übrigens auch schon Herr Jenö Hajdu im anderen Forum beschwert.
Die Hymnus III hingegen hat (bei gleicher Disposition) eine höhere Polyphoniekapazität,sie schafft mindestens 12 (ich habe damals nur bis 12 getestet).

Bei der Viscount Unico 400 wäre ich allerdings schon sehr,sehr enttäuscht,wenn sie weniger als 12 Töne schaffen sollte,das kann ich mir bei einem so hochwertigen Instrument ehrlich gesagt gar nicht vorstellen !


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09.08.2013 12:38
avatar  Romanus ( gelöscht )
#6 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Ro
Romanus ( gelöscht )

Zitat von Copula
Bei mir fiel es auf, als ich einen E-Dur-Akkord über zwei Oktaven mit 2 Stimmen im Pedal gespielt habe. Registriert hatte ich ein Plenum, was wohl schon zu viel war, um die Septime in der Mitte erklingen zu lassen...


Welches Orgelmodell hast du getestet ? (Wenn das eine Unico betrifft,wäre ich wirklich arg enttäuscht.)
Und wieviele Töne waren das insgesamt genau ? Waren dabei alle Finger im Spiel oder nur 8 oder 9 ?

Die Registrierung sollte eigentlich keine Rolle spielen,denn alle moderneren Modelle sind so konzipiert.daß sie bei jeder Registrierung die gleiche Polyphonie schaffen,ganz egal ob nur 1 Register oder Tutti.


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09.08.2013 14:08
avatar  Copula ( gelöscht )
#7 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Co
Copula ( gelöscht )

Nein, eine Unico hatte ich noch nicht unter den Fingern. Es war meine Klassik 238.
Und es waren 8 Finger und 2 Füße im Spiel...


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09.08.2013 15:05
avatar  martin ( gelöscht )
#8 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
ma
martin ( gelöscht )

Zitat von Romanus

Entfällt damit etwa das leidige Polyphonie-Problem der meisten herkömmlichen Digitalorgeln ? (Bei Eminent tut es das angeblich.)



Jede erklingende, simulierte Pfeife braucht eine gewisse Rechenleistung - egal welche Technologie. Also je mehr gleichzeitig erklingen, deso mehr Rechenleistung braucht man.
Wenn man extra Releases umsetzt (ähnlich wie bei den "wet" HW Samplesets) braucht man die Rechenleistung bis der Ton komplett verklungen ist. Bei der Nutzung von Hall-Generatoren ist der Rechenaufwand dafür konstant (dh. zu vernachlässigen), egal wie viele Pfeifen nachklingen.

=> Die Polyphonie Frage ist für jede DO/VPO Lösung zulässig.

PS: Die vorgeschlagenen Tests würden sich von ein Lastmanagment (Motto: Wenn ein paar laute Register an sind, fällt das Weglassen von ein paar Leiseren nicht auf) täuschen lassen.


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09.08.2013 22:19
avatar  Romanus ( gelöscht )
#9 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Ro
Romanus ( gelöscht )

Zitat von martin
PS: Die vorgeschlagenen Tests würden sich von ein Lastmanagment (Motto: Wenn ein paar laute Register an sind, fällt das Weglassen von ein paar Leiseren nicht auf) täuschen lassen.


Deshalb sollte man die Polyphonie auch immer mit nur einem Register testen !

Bin schon gespannt,wie Kontrabombarde 32´s Unico 400 beim Polyphonie-Test abschneidet.


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09.08.2013 22:29
avatar  Aeoline
#10 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
avatar

Ich habe heute mal einen kurzen Test gemacht.

Ein Bleistift zur Unterstützung und zwei Füße und zehn Finger... macht dreizehn.

Also ich meine, dass alle dreizehn Töne erklungen sind. Allerdings habe ich nicht viel Zeit gehabt und das nur mal fluggs probiert. Vielleicht gehe ich am Wochenende mal mit mehr Bleistiften an's "Werk".

Ich habe eine Trompette 8' registriert und auf das Pedal gekoppelt. Vielleicht fällt bei dem kernigen Zungenregister der mögliche Wegfall einzelner Töne eher auf wie bei einem weichen Bourdon...

Es bleibt spannend...

Ich behaupte: Mindestens 13...

To be continued...

LG
Aeoline


Organisten leiden oft an einer schlimmen Krankheit: Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...

Viscount Unico 400 DE [V1.14.19] (56/III/P) : ab 11.2012
Johannus Opus 520 (45/II/P) : 10.1987-11.2012
Siel HB 700 (9/II/P) : 1977-09.1987)

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09.08.2013 23:15
avatar  Klassikfreund ( gelöscht )
#11 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Kl
Klassikfreund ( gelöscht )

Also, ich will ja nicht meckern - aber eine Polyphonie von 13 will ich bei den heutigen Möglichkeiten einfach nicht glauben.
Das kann doch einfach nicht wahr sein!!!

Bei Hauptwerk sprechen wir von Polyphoniewerten jenseits von 1000! Wenn man dabei bedenkt, dass ja auch die Hallfahnen der bereits gespielten Töne mit berücksichtigt werden, ein tatsächlich nötiger Wert!


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09.08.2013 23:27
avatar  Aeoline
#12 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
avatar

OK - dann hab' ich es einfach noch nicht verstanden.

Ich habe drei Manuale (äh - nicht ich, sondern meine Unico) à 61 Tasten. Das macht 183 Tasten.

Ich habe ein Fußpedal mit 32 Tasten. Das macht 32 Tasten.

Insgesamt könnte ich also theoretisch gleichzeitig 183+32=215 verschiedene Töne produzieren (hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet...)

Dazu bräuchte ich drei lange Arme und zwei unheimlich breite Füße.

Wie soll ich also mit einer Orgel einen Polyphoniewert von mehr als 1000 erreichen?


Wie gesagt - vielleicht hab' ich es einfach noch nicht verstanden...

LG
Aeoline


Organisten leiden oft an einer schlimmen Krankheit: Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...

Viscount Unico 400 DE [V1.14.19] (56/III/P) : ab 11.2012
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Siel HB 700 (9/II/P) : 1977-09.1987)

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09.08.2013 23:34
#13 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
avatar
Administrator

Ihr redet aneinander vorbei.
Klassikfreund scheint mir nicht beachtet zu haben, dass eine Polyphonie von 13 bei einer DO nicht 13 Töne (Pfeifen) bedeutet, sondern 13 Tasten bei beliebiger Anzahl an aktiven Registern.


Gloria Concerto 234 Trend DLX

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09.08.2013 23:36
avatar  Copula ( gelöscht )
#14 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
Co
Copula ( gelöscht )

Die Polyphonieangabe in Hauptwerk bezieht sich nämlich nicht auf die Tasten sondern auf die Gesamtzahl an erklingenden Tönen. Hier spielen also auch die Register eine Rolle. Bei der DO hingegen spielt die Zahl der Register keine Rolle. Wenn ich einen 12 stimmigen Akkord spiele und noch mehr Register hinzuziehe, fallen trotzdem keine weiteren Töne aus...


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10.08.2013 11:07
avatar  martin ( gelöscht )
#15 RE: Polyphoniekapazität bei Viscount Unico ?
ma
martin ( gelöscht )

Bei GO/HW zählt man die Polyphonie so:
Es wird die Anzahl der klingenden Pfeifen gezählt - Mixturen & Co können in HW entweder zusammen gesamplt sein (dann zählt es nur als 1 Sample pro Ton) oder aus X einzelnen Samples zusammen gesetzt sein (dann zählt es als X pro Ton). Die Anzahl der gedrückten Tasten wird dabei durch Koppeln und Windladen vervielfältigt.

Wenn man eine Taste loslässt, klingen die einzelenen Pfeifen je nach Sampleset noch nach - solange bleiben die zugehörigen Samples noch in Verwendung. Ein neuerlicher Druck auf die Taste startet neue Samples und erhöht demnach weiter den Polyphonybedarf. Dieser Effekt betrifft vor allen "wet" Sample Set.

Also zB: C-Dur Akkord mit Subokatv-Koppel und 2 8' Registern aktiv braucht 12 Samples (3*2*2). Wenn man ihn kurz losläst und sofort wieder drückt, braucht man schon 24 Samples (12 vom gedrückten + 12 klingen nach).

Bei analogen DOs hat man pro Register extra Tongeneratoren gebraucht - da konnte es nur wie von Copula beschrieben funktionieren. Heute gibt es leistungsfähige DSPs/Prozessoren, so das man durchaus mehrere Register auf einen Chip abhandeln kann. Auf dieser Basis könnte man leicht diverses Last-Management umsetzten (zB ungenutzte Kapazität von abgedrehten steht anderen Registern zur Verfügung, usw.).

Die wirkliche Kapazität einer DO/VPO kann man meiner Ansicht nach nur im Plenum mit allen Koppeln 100%ig testen, wobei man auch darauf achten müßte, ob auch alle leisten Register wirklich mitklingen.


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