Roland C-330 Intonation

05.09.2022 13:25
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#1 Roland C-330 Intonation
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Opus52.2 ( gelöscht )

Guten Tag zusammen,

ich besitze eine Roland C-330 und habe nun angefangen diese neu zu Intonieren.
Gibt es jemand hier der sich mit Roland oder Rodgers Intonation sehr gut auskennt.
Ich habe zwar ein Sheet auf dem die Parameter von der ersten Softwareversion draufstehen,
jedoch hat sich das Menü geändert.

Kurz zu dem was ich bis jetzt gemacht habe:

Die Orgel ist bei uns im WZ mit den internen Boxen, Satelit-Boxen und zwei externen Rear-Boxen über das Sound Erweiterungskit für den Hall aufgestellt.
An der Orgel habe ich das Routing über den Matrix Mixer für das RSS-F und RSS-R entsprechend verändert, so dass 100 % Hall von hinten kommt und ca. 30 % von vorne.
Anschließend habe ich folgende Parameter an den einzelnen Registern verändert:

PAN Type: bei Flöten und fast allen Labialen habe ich das auf PDI gesetzt. Bei den Zungen habe ich das auf Normal gelassen. M.E. haben die Zungen dann mehr Körper.

Pan Pattern: habe ich bei den Meisten auf V umgestell, bis auf 8 und 4 Fuß Prinzipale da habe ich jeweils Chromatic und Chromatic Reverse eingestellt.

Pan Width: habe ich so interpretiert, dass dieser Parameter bedeutet welche Position der Register auf der Lade hat.
Entsprechend habe ich dann eine Anordnung angelehnt an die Rieger Orgel der Katharinen Kirche in Frankfurt gewählt.
Vorne-> 16', 8' Prinzipal, 8' Flöten, 4' Prinzipal, 2 ⅔ Quinte, 2' Oktav, Mixtur, 8' Trompete <-Hinten.
Die Orgel der Katharinen Kirche hat im Hauptwerk mehr Register.



So nun meinen Fragen:
- Was bedeutet RSS-F und RSS-R?
RSS-F= Front? RSS-R = Rear?

- Was hat die Einstellung bei Voicing Pan Normal und Voicing zu bedeuten?

- Was bedeutet Rankdetune?

So das fürs erste.
Ich freue mich auf die Rückmeldung.
Grüße
Deniz


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05.09.2022 19:44
#2 RE: Roland C-330 Intonation
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Hallo Deniz,
du bist herzlich zu mir nach Köln eingeladen. Hier steht eine drei Jahre alte viermanualige 4589.
Wo ist Deine 330 verortet. Deine 330 ist technisch die kleinste Schwester. Leider schreibst Du nichts über den Raum und den Standort der Abstrahlung. Davon ist nämlich die Definition RSS Front und Rear abhängig. Je nach Aufstellung muß man die Logik umdrehen. Denn die Akustik in Kirchen kommt von vorne! Was für eine Abstrahlung mit welchen Endstufen ist verbaut. Habt Ihr das als 8-kanalige Zusatzmodul installiert?
PAN-Type: Bei PDI ist Vorsicht geboten. Die 330 hat nämlich nur eine begrenzte Rechenleistung. Die Principale im Pedal HW und SW (16´) +8 + 4´dann ist die Rechenpower auch schon fast am Ende ;-) bei vollgriffigem Spiel.
Welche Stilistik überwiegt bei Euch BBB oder frz. Symphonik od. engl. Cathedral?
Damit das Klangergebnis transparent und durchhörbar bleibt ist etwas Denksport notwendig. In der gleichen Tonhöhe gilt es zu vermeiden, daß gleiche Töne z.B. klingend sich im Routing durch die gleichen Lautsprecher quetschen müssen.

Hinter Voicing befinden sich die Intonationsparameter, mit denen Du auf Einzeltöne zugreifen kannst. Z.B. für eine Orgel nach CC werden die Mixturen im Diskant schwächer, dafür geben die Zugen Gas. Oder eine sich begleitende Flute harmonique 8´ da wird der Baß schwächer und der Diskant stärker.
Eine deutsch Barockorgel wird im Diskant in den Zungen schwächer und die Mixturen werden kräftiger.
Mit Rankdetune verstimmst Du die Register gegeneinander. Das führt zu Mikroschwebungen (Verstimmungen) und macht bis zu einem gewissen Punkt das Klangbild weniger steril und breiter.

Liebe Grüße vom Clemens

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06.09.2022 15:48 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2022 15:49)
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#3 RE: Roland C-330 Intonation
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Opus52.2 ( gelöscht )

Lieber Clemens,

vielen Dank für die Einladung welche ich gerne annehmen werde.
Kann aber noch nicht genau sagen wann.
Wir haben uns ja schonmal bei Bauer Music gesehen.

Zu deinen Fragen:

Die Orgel steht im Wohnzimmer rechts und links auf 70 cm Seiten Abstand und 200 cm Höhe die Satelliten der Roland.
An der gegenüberliegenden Seite des Zimmers stehen auf dem Boden die Boxen für den Hall angeschlossen an ein Rearsystem von Teufel mit zwei Onkyo Lautsprechern die ich noch hatte.
Ich habe das 8 kanalige Soundmodul installiert und hierüber auch das Routing gemacht.
Der Stil den die Orgel abbilden soll ist nicht einer Stilrichtung zugeordnet, ich mache das Stückspezifisch mit den Setzern von daher ist eine Stilistische Intonation nicht notwendig. Ich möchte nur manche Register ein wenig mehr meinen Klangvorstellungen anpassen.

Das fürs erste zu deinen Fragen.
Ich glaube alles andere werden wir in Köln besprechen.

Liebe Grüße nach Köln,
Deniz


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07.09.2022 16:03 (zuletzt bearbeitet: 07.09.2022 16:04)
#4 RE: ? zu Roland C-330
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Ich stelle die Frage mal hier, weil roland-spezifisch:

Haben diese Roland-Orgeln (330/380) und ihre Rodgers-Brüder und -Schwestern eine (gut versteckte) Pufferbatterie, wie das vor einem Monat intensiv im Forum zu Viscounts diskutiert wurde?

Merci!

PS: Leider kann ich zu den spezifischen Fragen dieses Threads nichts beitragen, was Clemens' umfangreiche Antwort noch ergänzen könnte. (Aber schön zu lesen, dass Dieters Kabel zu funktionieren scheint.)

Ich habe praktisch alle Register auf PDI stehen und ich erinnere vage, dass der Forums-Moderator dies seinerzeit auch so praktiziert hatte. (Er möge mich bitte ggf. korrigieren.) Ich vermute, dass der etwas unnatürliche Klang bei einem Plenum und mehr damit zu tun haben könnte, frage mich aber, ob das ohne PDI wirklich soviel besser klänge. Aber das ist meine ganz persönliche Einschätzung.

Wie schon an anderer Stelle mehrfach gesagt fehlt mir die Zeit für großes Intonieren über die Änderung der Grundeinstellungen hinaus. Wenn, dann habe ich sehr selten "mal schnell" an einer Celeste oder einer Zunge herumgeschraubt, wenn sie mir partout auf die Nerven ging. Aber da ich dann schon wieder nicht mehr wusste, wie man diese Einstellungen speichert, sind die Änderungen beim nächsten Mal wieder weg. Insgesamt schien es mir immer, dass die 330/380 in sich -- also inclusive der je drei Schattenreigster -- stimmig intoniert sind. Bei anderen Marken fiel mir immer auf, dass diese eigentlich immer deutlich hörbar Nacharbeit verlangten.


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08.09.2022 13:44
#5 RE: ? zu Roland C-330
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Administrator

Hm, weil ich angesprochen wurde: Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das mit PDI war - es ist inzwischen etliche Jahre her, dass ich die C-330 mein Eigen nannte.
Die Orgel war gut, ja sehr gut. Ausgetauscht habe ich sie erst, als die Concerto auf den Markt kam. Grund für diesen (vorerst letzten) Orgeltausch war meine Unzufriedenheit mit den 4'-Flöten der C-330 - und natürlich das brennende Interesse an der neuartigen Klangerzeugung namens Physis.
Es ist sehr schade, dass die C-330 nicht mehr produziert wird. Im Großen und Ganzen war das eine höchst beachtliche Orgel zu einem sehr vernünftigen Preis. Die Klaviaturen, die ich und andere damals als "wackelig" beschrieben haben, hatten einen charmanten Druckpunkt und spielten sich sehr gut. Dagegen fällt die optisch sehr schöne Viscount-Standardklaviatur deutlich ab. Licht und Schatten, da wie dort.

Alles natürlich aus meiner Perspektive, meinem Geschmack, meinen Vorlieben gesagt. Eh klar.



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30.07.2025 03:39 (zuletzt bearbeitet: 30.07.2025 21:49)
#6 RE: ? zu Roland C-330
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Guten Morgen an alle und wie gut dieses Thema nicht geschlossen ist. Ich wollte meinen Zustand des musikalischen Schocks aus meinem Kauf kürzlich in London der Roland-Orgel mit 330 teilen. Es kostete etwas mehr als 2000 Pfund, und ich habe ihn wegen der sehr guten Qualität von Chelfalo gekauft, was einfach erstaunlich klingt. Ich habe gerade von der Qualität der Orgelregister in verschiedenen Foren und Beschwerden über einen schwachen Bass und eine schlechte Tastatur gehört. Aber als ich damit anfing, darauf zu spielen, hatte ich den Eindruck, dass ich mehr als 20 Jahre lang vergeblich ausgegeben habe. Ich spreche nicht über Geld. Es klingt so warm und eng und sehr natürlich, es gibt keine Worte, ich kenne das Geheimnis des Audiosystems und diese einfach unglaublichen Beispiele, aber der Bass ist sehr gut für eine so kleine Konsole. Ich habe überhaupt keine Heimwerkzeuge gesehen. Ich weiß nicht einmal, ob ich mehr verärgert bin, dass ich es vorher nicht gekauft habe, oder bin wahnsinnig froh, dass ich es zufällig gesehen habe. Aber das ist natürlich meine persönliche Meinung. Ich war im Mai in Holland in der Arbeit und ging sofort zu Andante Orgems, und ich war nicht beeindruckt, mit Ausnahme von Studio 360, einem interessanten Werkzeug, aber alles andere für meinen Geschmack klingt nicht so brillant wie Roland, alle Organe von Domus und Iohannus, außer für Studio 360, können mit diesem Roland mit 330. Musikalisches Leben vor und nach .... da es nicht wie alle Instrumente aussieht ... wahrscheinlich bin ich mehr verärgert darüber, dass ich es vor 15 Jahren nicht gekauft habe.


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30.07.2025 08:16 (zuletzt bearbeitet: 30.07.2025 08:16)
#7 RE: ? zu Roland C-330
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Administrator

Ja, dazumals wurde die C-330 im Forum viel beachtet und gelobt. Zurecht, sie hat ihre Stärken.
Viel Freude damit!



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30.07.2025 21:49
#8 RE: ? zu Roland C-330
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Hallo Dominika,
ich habe die ganz große Schwester mit 4 Manualen als Dienstorgel mit großer externer Klangabstrahlung bei uns in der Kirche stehen. Falls Du mal nach Köln kommst, bist Du herzlich eingeladen.

Liebe Grüße vom Clemens

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01.08.2025 05:36 (zuletzt bearbeitet: 01.08.2025 05:37)
avatar  SJL
#9 RE: ? zu Roland C-330
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SJL

Ich hatte damals die Roland 330 (bzw. 380) ausgiebig getestet und aufgrund ihres tollen Klangs und der umfangreichen Registerbibliothek tatsächlich beinahe gekauft, lediglich die leider deutlich unterdurchschnittliche Anmutung und Haptik, insbesondere die der Klaviaturen, hat mich letztlich davon abgehalten.

Enjoy!


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02.08.2025 07:13 (zuletzt bearbeitet: 02.08.2025 09:34)
#10 RE: ? zu Roland C-330
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Oh sehr danke für den Kommentar und danke an alle für deine Einladungen !! Früher habe ich auf die Tastatur und Konsole geachtet, aber am Ende wurde mir wahrscheinlich klar, dass das Wichtigste ist, dass die Orgel ein Instrument ist, das eine schöne Konsole verleiht, wenn es keinen Ton gibt, aber natürlich ist es für jemanden wichtig.


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