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Reims: Wiedereröffnung der großen Kathedralorgel
#1
https://www.amis-cathedrale-reims.com/wp...ur-ordi.pdf?utm
In Reims wird in dieser Woche die rekonstruierte große Orgel der Kathedrale wiedereröffnet. Vom 13. bis 17. Mai gibt es dazu eine ganze Festwoche mit Konzerten, Gottesdiensten und Vorträgen – also nicht nur ein einzelnes Konzert, sondern tatsächlich das offizielle „Wiedererwachen“ des Instruments.
Für Orgelinteressierte dürfte besonders Donnerstag, 14. Mai, 20 Uhr spannend sein: Vincent Dubois spielt ein reines Orgelkonzert an der rekonstruierten großen Orgel.
Der Eintritt ist kostenlos, aber eine Reservierung ist nötig bzw. sehr zu empfehlen – vermutlich besser schnell.
Sieht man sich am Donnerstag in Reims?
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Man sieht schön: Die Orgel sitzt nicht westlich wie viele deutsche Hauptorgeln, sondern im nördlichen Querhaus, unter der Rose — optisch sehr französisch-kathedralisch, mit einem prachtvollen historischen Prospekt.
#2
.. Auch Olivier Latrys Name fehlt nicht -- aber das ist ja nicht überraschend (=
Die Orgel selbst scheint ja ein ordentlicher Brummer zu sein, mit genügend Zungenstimmen; und sogar ein Pedalkornett kann man sich bauen!
https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Reims#Orgel
#3
Die Kathedrale von Reims ist mehr als ein Meisterwerk der Gotik – sie ist ein Gedächtnis Europas. Hier wurden Könige gekrönt, hier brannte 1914 nach deutschem Beschuss ein Symbol französischer Kultur.
Umso stärker war 1962 die gemeinsame Messe von de Gaulle und Adenauer: Aus verwundetem Stein wurde ein Zeichen der Versöhnung.
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Morgen früh wird die Kathedrale von Reims nicht nur historisch, sondern auch musikalisch besonders lebendig: um 11 Uhr die festliche Himmelfahrtsmesse mit der Maîtrise de Reims. Dabei kommen Auszüge aus Louis Viernes Messe solennelle zur Aufführung – mit gleich vier Organisten an der nun wiedererwachten großen Orgel der Kathedrale: Olivier Latry, Vincent Dubois, Pierre Méa und Élodie Marchal.
Falls jemand noch zum Abendkonzert morgen möchte: Die Reservierungen scheinen inzwischen weg zu sein, ich hätte aber noch eine übrig. Gerne einfach melden.
#4
Die Kathedrale von Reims ist mehr als ein Meisterwerk der Gotik – sie ist ein Gedächtnis Europas. Hier wurden Könige gekrönt, hier brannte 1914 nach deutschem Beschuss ein Symbol französischer Kultur.
Umso stärker war 1962 die gemeinsame Messe von de Gaulle und Adenauer: Aus verwundetem Stein wurde ein Zeichen der Versöhnung.
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Morgen früh wird die Kathedrale von Reims nicht nur historisch, sondern auch musikalisch besonders lebendig: um 11 Uhr die festliche Himmelfahrtsmesse mit der Maîtrise de Reims. Dabei kommen Auszüge aus Louis Viernes Messe solennelle zur Aufführung – mit gleich vier Organisten an der nun wiedererwachten großen Orgel der Kathedrale: Olivier Latry, Vincent Dubois, Pierre Méa und Élodie Marchal.
Falls jemand noch zum Abendkonzert morgen möchte: Die Reservierungen scheinen inzwischen weg zu sein, ich hätte aber noch eine übrig. Gerne einfach melden.
#5
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Kleiner Frischeindruck von der wiedererwachten Riesenorgel – nach acht Jahren Dornröschenschlaf und 30.000 Stunden Restaurierung.
Keine deutsche Neobarock-Präzisionswaffe, kein reiner Cavaillé-Coll-Schmachtfetzen, sondern eine echte französische Universalorgel mit neoklassischem Rückgrat: klare Farben, satte Mutationen, fette Zungen und ein Schwellwerk, das richtig was hermacht. Französische Farbdynamik pur.
Kurz: Die bunte, festliche Antwort auf die großen Kathedralorgeln des 20. Jahrhunderts – wie gemacht für Messiaen, Alain, Duruflé und die ganze mystische Truppe.
Die kleine Aufnahme macht hoffentlich Lust auf live
- reims_orgel_ton_max2mb.mp3
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#6
Kleine Nachlese:
Was mich einmal mehr am stärksten umgehauen hat, war diese körperliche Dimension. Es war nicht nur Hören – es war ein echtes Durchdrungen-Werden. Bei so einer großen Orgel im Dom kommt der Klang nicht brav von vorn. Er füllt den ganzen Raum, zieht durch Gewölbe, Stein und Luft – und landet irgendwann auch im eigenen Körper.
Klang als Schwingung ist wahrscheinlich die Erfahrung, die wir am wenigsten als etwas „da draußen“ wahrnehmen. Licht trifft dich, Klang geht durch dich durch. Augen kannst du zumachen. Die Knochen nicht. Wenn der Raum richtig erfüllt ist, schwinge ich mit – ob ich will oder nicht.
Genau das ist der besondere Reiz großer Domorgeln: Sie spielen nicht nur Musik, sie verbinden Raum, Körper, Architektur und Atem zu einem einzigen Erlebnis.
Und es ging offenbar nicht nur mir so: Am Ende standen über 1000 Menschen da und haben fast endlos applaudiert. Ein kollektives „Sie ist wieder da“ – mit dieser ganzen tiefen, körperlichen Wucht.
In solchen Momenten ahnt man vielleicht, was diese alte Kultur eigentlich wollte: Dass das Größere einen nicht nur im Kopf erwischt, sondern einen im Ganzen packt und für einen Augenblick aus sich selbst heraushebt.
Die Orgel hat ihre Stimme zurück.
Dieses 'Durchflutetsein' vom Klang erlebte auch ich bei den Orgelkonzerten im Wiener Stephansdom.
Es ist ehrfurchtgebietend, fürwahr.
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