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Pfeifenorgel "entschärfen"
#2 RE: Pfeifenorgel "entschärfen"
Das ist eine Arbeitszeitrechnung.
Wenn nur nachintoniert werden soll, kann dir der Orgelbauer deiner Wahl sicherlich einen ungefähren Preisrahmen nennen.
In einer kleinen Filialkirche ließ ich derlei vor vielen Jahren durchführen. Ausgeführt wurden die Arbeiten vom inzwischen pensionierten Chefintonateur jener Firma, die die Orgel gebaut hatte. Das Ergebnis war überwältigend! Aus einer schneidend scharfen Superoktave 2' wurde eine entzückende, silberne Stimme, die sich auch ausgezeichnet mit der Rohrflöte 8' mischte. Die Brüllmixtur war nach der Neuintonation zu einer dezent glitzernden Klangkrone geworden, an der ich mich gar nicht satthören konnte. Exzellente Arbeit.
#3 RE: Pfeifenorgel "entschärfen"
Gibt es bei Euch keinen zuständigen Orgelsachverständigen? Hier in Deutschland wäre der ev. wie kath. zuerst anzusprechen.
#4 RE: Pfeifenorgel "entschärfen"
Zitat von Orgula im Beitrag #1
Hallo, ich spiele mehrfach auf einer kleinen Orgel (8 Register) , von denen aber nur 4 zu gebrauchen sind, weil die anderen absolut "schrill" klingen! Weiß jemand, in welchen Dimensionen sich die Kosten für eine "Entschärfung" bewegen würden? Danke für Eure Hilfe!
Neobarock-Orgeln der 1970er und 1980er-Jahre sind oft sehr obertönig mit vielen Aliquotstimmen versehen, manchmal sogar noch aufintoniert, damit man mit wenigen Registern einen großen Raum ausfüllen kann. Orgeln dieser Bauzeit wurden oft nur sehr rudimentär intoniert - manchmal bloß mit reiner "Werksintonation" - ohne die Spezifika des Kirchenraumes zu berücksichtigen.
Für die Neuintonation der Orgel, um diese weicher bzw. weniger schreiend zu machen, würde ich schätzungsweise ein paar Tausend EUR mehr je nach Zeitaufwand des Orgelbauers veranschlagen, als ansonsten die "normale" Nachintonation gekostet hätte. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Zusätzlich hat diese Orgel eine schwache Temperatur "JANKE II" erhalten, die sich mit dem vorhandenen Pfeifenmaterial (vorher gleichstufig) ohne größere Eingriffe hat machen lassen.
In der Pfarre, wo ich regelmäßig Orgeldienste leiste, wurde nach 43 Jahren die 2. Generalreinigung durchgeführt, wobei auch eine mildere Neuintonation einer Kögler/Zika-Orgel aus 1983 (21/II/P) erfolgte. Für die Neuintonation waren einige tausend EUR mehr zu veranschlagen.
JJBB1
Dem vorstehenden Beitrag muss man hinzufügen, dass alleine die Verwendung einer schwachen Temperatur (anstatt: Gleichstufigkeit) schon bei Mixturen ein Teil der Schärfe wegnimmt bzw. reduziert.
JJBB1
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