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Salve, mater misericordiae
Heute besuchte ich die römische Kirche S. Maria in Ara Coeli. Im Hintergrund lief dort eine CD mit marianischen Gesängen, darunter diese Einspielung:
Im alten Gotteslob stand dieser wunderschöne Gesang unter Nr. 586 - mit deutschem Text.
Schade, dass er im neuen Gotteslob nicht mehr enthalten ist.
#4 RE: Salve, mater misericordiae
image.png - Bild entfernt (keine Rechte).....dann sitzt man dort, in einer Kirche wie Ara Coeli, umgeben von Jahrhunderten – und ausgerechnet eine CD trägt diesen alten Klang weiter. Fast so, als würde die Musik sich ihren eigenen Weg suchen, unabhängig von neuen Ausgaben und Entscheidungen.
Vielleicht liegt darin etwas Tröstliches:
Was wirklich trägt, verschwindet nicht. Es zieht sich nur ein wenig zurück.....
Und manchmal begegnet es uns dann genau dort wieder – leiser vielleicht, aber gerade deshalb umso intensiver.
#5 RE: Salve, mater misericordiae
Mit Einführung des alten Gotteslobes hab ich im Rahmen der Gemeindesingarbeit die dt. Fassung in Hannover eingeführt.
Philip G. Kreckel hat in:
"The Parish Organ Book" Part Two (No. 8271), J. Fischer & Bro." und in Melodia Sacra (op. 50) (No. 7870), J. Fischer & Bro.
jeweils eine kleine Komposition veröffentlicht.
Weil er erst 1963 verstarb ist bei IMSLP noch nichts auffindbar.
#6 RE: Salve, mater misericordiae
Als ich noch als Organist aktiv war, gehörte alt GL 586 zu den halbwegs bekannten Gesängen in meiner damaligen kleinen Dorfgemeinde.
Der damalige Pfarrer kannte sich im GL gut aus, war selbst sehr musikalisch und konnte auch gut singen. So war es halbwegs gut möglich immer mal wieder was aus dem GL bekannt zu machen.
Sehr schön finde ich auch alt-GL Nr. 571 und 572. Beide fehlen im aktuellen GL.
#7 RE: Salve, mater misericordiae
Weil wir uns gerade mit aus dem GL verbannten Melodien beschäftigen:
GL 582 (alt) = GL 523 (neu) "O Maria sei gegrüßt" ist zwar erhalten geblieben, aber leider nicht mit einer Melodie verbunden, die aus der Entstehungszeit des Textes stammt (Dichter Bischof von Würzburg Philipp von Schönborn - Schöpfer der melodichen Urfassung vermutlich Philipp Friedrich Buchner, damals Hofkapellmeister in Würzburg.
O Maria sei gegrüßt _Buchner_.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Den beiliegenden Satz fand ich in einem Dekanatschorheft Rottweil. Er lässt sich gut mit Orgel wiedergeben, und eignet sich auch - ggf. einen Ganzton nach unten transponiert -für Gemeindegesang.
#8 RE: Salve, mater misericordiae
Weil "Alle Tage sing und sage" erwähnt wurde: Im Burgenland ist dazu diese Melodie in Gebrauch:
image.png - Bild entfernt (keine Rechte)
Gewisse Ähnlichkeiten zu GL 521 "Maria, dich lieben" sind unübersehbar.
#9 RE: Salve, mater misericordiae
Der Satz von Bertold Hummel aus dem Orgelbuch zum Freiburger Magnificat ist dieser:
https://bertoldhummel.de/fileadmin/Werke..._seele_sage.pdf
#10 RE: Salve, mater misericordiae
image.png - Bild entfernt (keine Rechte) Basilika Santa Maria in Aracoeli
Ich staune immer wieder und bin hingerissen:
Solche Räume entstanden über Jahrzehnte oder Jahrhunderte – aus Hingabe und dem Willen zum Erhabenen.
Heute dominieren Effizienz, Kosten und Funktion.
Darum fehlt oft genau diese Tiefe.
Gibt es das heute noch?
Hallo,
Zitat von Soli Deo gloria im Beitrag #10
Solche Räume entstanden über Jahrzehnte oder Jahrhunderte – aus Hingabe und dem Willen zum Erhabenen.
Heute dominieren Effizienz, Kosten und Funktion.
Darum fehlt oft genau diese Tiefe.
Nun ja, es gab auch noch andere Motive: Protzsucht, Machtdemonstration usw. Hier im Norden gab es unter den Hansestädten einen erbitterten Wettbewerb, welche Kaufmannsgilde die größte Kirche hinstellte (die Marienkirchen in den alten Hansestädten sind die Kirchen der Kaufmannschaft). Die eine ist die mit dem höchsten Gewölbe, die andere die mit dem längsten Längsschiff, die dritte die mit dem meisten umbauten Raum usw. In den Kirchen gab es auch so eine Art Beratungsräume, wo Handels-Verträge abgeschlossen wurden usw., und es gab ein ständiges Kommen und Gehen. Meditative Beschaulichkeit oder Genießen der Erhabenheit gab es sicher, aber wohl eher selten.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Zitat von pvh im Beitrag #11
Hallo,Zitat von Soli Deo gloria im Beitrag #10
Solche Räume entstanden über Jahrzehnte oder Jahrhunderte – aus Hingabe und dem Willen zum Erhabenen.
Heute dominieren Effizienz, Kosten und Funktion.
Darum fehlt oft genau diese Tiefe.
Nun ja, es gab auch noch andere Motive: Protzsucht, Machtdemonstration usw. Hier im Norden gab es unter den Hansestädten einen erbitterten Wettbewerb, welche Kaufmannsgilde die größte Kirche hinstellte (die Marienkirchen in den alten Hansestädten sind die Kirchen der Kaufmannschaft). Die eine ist die mit dem höchsten Gewölbe, die andere die mit dem längsten Längsschiff, die dritte die mit dem meisten umbauten Raum usw. In den Kirchen gab es auch so eine Art Beratungsräume, wo Handels-Verträge abgeschlossen wurden usw., und es gab ein ständiges Kommen und Gehen. Meditative Beschaulichkeit oder Genießen der Erhabenheit gab es sicher, aber wohl eher selten.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Ich den das passt
Beispiel: Die von den Lübecker Kaufleuten erbaute Marienkirche ist größer als der Lübecker Dom.
#13 RE: Salve, mater misericordiae
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