Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?

08.02.2026 08:48
#1 Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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Wir hören tiefe, mittlere und hohe Töne nicht gleichmäßig, sondern unser Hörsystem ist dafür völlig unterschiedlich empfindlich.

rePhase_Loudness.png - Bild entfernt (keine Rechte)

Der Clou ist noch: dies ist bei jeder Lautstärke nochmals anders. :-)

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Die entscheidenden Erkenntnisse aus den Kurven:
1. Der "Bass-Abfall" bei leisen Pegeln
Betrachten wir die Kurve bei 20 Phon (sehr leise) im Vergleich zu 100 Phon (sehr laut):
Bei 100 Phon (Kathedrale, Tutti) verläuft die Kurve im Bass relativ flach. Das Gehör ist für tiefe Frequenzen fast so empfindlich wie für mittlere.
Bei 20 Phon (leises Üben zu Hause) macht die Kurve im Bass einen extrem steilen Knick nach oben.
Konsequenz: Um einen 32 Hz-Ton (tiefes C) bei 20 Phon überhaupt zu hören, muss er physikalisch mit ca. 80 dB abgestrahlt werden, während der 1000 Hz-Ton nur 20 dB benötigt

Die "Präsenz-Delle" (3 - 4 kHz)
In allen Kurven gibt es eine Senke zwischen 3000 und 4000 Hz. Hier ist das menschliche Gehör am empfindlichsten (Evolution: hier liegen wichtige Anteile der menschlichen Sprache und Warnsignale).
Orgel-Beitrag: In diesem Bereich liegen die scharfen Obertöne von Mixturen und Zungen. Wenn wir die Orgel insgesamt leiser machen, bleibt dieser Bereich "aggressiv", während der Rest wegbricht. (siehe auch Johannus Opus vs. Studio, die für verschiedene Lautstärken intoniert sind.)

Was bedeutet dies für eine willkürliche Lautstärkeänderung von Registern in einem gut und künstlerisch abgestimmten Sampleset?

Betrachten wir einen besser verständlichen Extremfall dieses Vorgehens:
Was bedeutet dies für unsere "Wohnzimmerintonationen":
Wenn wir ohne wirklich geeigneten Hilfsmittel die Dynamik reduzieren, "rutschen" wir in den Diagrammen von einer hohen Phon-Linie auf eine tiefe.
Da diese nicht parallel verlaufen, ändert sich die Klangfarbe (Spektrale Balance).

- Der Subbass (20-60 Hz), der meist eh nicht da ist, wird vollkommen unhörbar

- die Grundtöne (rd. 65 - 400 Hz, die im unteren Bereich meist eh nur ganz schwach in den Raum übertragen werden (siehe andere
Fäden z.B. von @Content236: Externe Abstrahlung für Content Celeste 236 )
verlieren weiter an Körperlichkeit.

- Präsenz ((2 - 4 kHz): dafür bleiben wir extrem empfindlich. Das bedeutet, dass diese Bereiche völlig dominant werden und damit
"beißend" wirken. (siehe Erfahrungen mit der Opus in einem kleinen Raum in einer Ecke, mit Auslöschung vieler Frequenzen im
unteren Bereich und betont leisem Spiel......)

- Super-High (ab 8 kHz): Ältere hören diese eh nicht mehr. Auch für gut hörende Jüngere verschwinden diese Frequenzen im
Grundrauschen.

Zurück vom Extremfall der Gesamtdynamik zu der Lautstärkeverstellung (lauter/leiser) einzelner Register:
Die gesamte Klangfarbe des Registers ändert sich. Die Klangbalance hat mit der ursprünglichen nichts mehr zu tun.


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08.02.2026 10:28
#2 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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Nicht zu unterschätzen, welchen Einfluß der Raum auf die Wiedergabe nimmt und auch der Aufstellungsort /Platz im Raum. Die Orgel wird ganz anders klingen, wenn man sie frei in der Raummitte aufstellt, oder in eine Raumecke oder mittig an eine Wand. Ich spreche hier vom gleichen Raum, egal, wie der jetzt gestaltet ist.
Ungleich unterschiedlich erklingt eine Orgel in einem Wohnzimmer, einer kleinen Kirche, Friedhofskapelle oder großer Kirche oder oder.....
Ja, das ist ein sehr oft unterschätztes hoch komplexes Thema.
Ich für meinen Teil habe es aufgegeben, das letzte Quäntchen Klang raus zu kitzeln ohne Rücksicht auf Verluste. Aber ich versuche mit den bestehenden bei mir vorhandenen Möglichkeiten das musikalisch überzeugenste Ergebnis zu erzielen. Auch ohne extremen finanziellen Einsatz. Dann kann man schon tolle und beeindruckende Ergebnisse erzielen, die deutlich intensiver und schöner erklingen als die serielle Fertigstellung.
Ich habe es sehr oft erlebt im Bereich Stereoanlagen, dass der Anwender zich tausende Euros ausgeben hat, aber die Möglichkeit der unterschiedlichen Aufstellung im Raum völlig außer Acht gelassen hat.
Darum, auch im Digitalorgelbereich möchte ich dazu ermutigen, wenn die Möglichkeit besteht, mal zu probieren.....
Dabei helfen kann auch ein völliges Umdenken bei der Umsetzung.
Man kann eine Torte auch nur mit 3 Schnitten in 8 gleich große Teile schneiden.
Wenn man bereit ist, umzudenken.....

Musik ist die größte Erfindung der Menschheit: Sie wird von jedem Mensch verstanden unabhängig von Geschlecht, Sprache, Hautfarbe, Alter, etc..... Großartig!


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08.02.2026 19:06
#3 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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Zitat von Content236 im Beitrag #2
...Man kann eine Torte auch nur mit 3 Schnitten in 8 gleich große Teile schneiden.
Wenn man bereit ist, umzudenken...

Da fällt mir eine mögliche Methode ein, aber das gibt eine ziemliche Sauerei. Und wer kann schon waagerecht genau in der Mitte durchschneiden?
Aber für den 3-fachen Preis der Torte bekommt man sicher auch 8 kleine Törtchen (=

Man kann die Torte auch spiralförmig backen. Wenn sie sich nach außen in der Dicke entsprechend verjüngt, reicht sogar ein Schnitt für 8 gleich große Teile! Aber das müsste ein sehr exakter Bäcker sein.


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08.02.2026 19:24 (zuletzt bearbeitet: 08.02.2026 19:28)
avatar  SJL
#4 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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SJL

Für die 8 Tortenstücke aus 3 Schnitten ist mir keine wirklich sinnvolle Lösung eingefallen. Naja, das mit dem waagerechten Durchschneiden ist natürlich Quatsch, denn welcher normale Mensch würde das machen...? Verstehen wir es mal als nette Denksportaufgabe ohne praktische Relevanz.


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09.02.2026 12:59
avatar  wohli
#5 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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Mit zwei Messerschnitten viertelt man die Torte und den dritten Schnitt macht man horizontal.

Oder man legt die Viertel so hintereinander, dass man alle mit einem Schnitt halbieren kann.

KI weiß so was ...


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09.02.2026 13:17
#6 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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Ha, das ist jetzt schon ein wenig lustig für mich.
Ich weigere mich aber, das nicht als praktische Relevanz zu sehen. Eine Torte mit nur 3 Schnitten in 8 gleiche Teile zu schneiden.....

Denn, die Fähigkeit, auch mal ganz anders zu denken als es alle tun, die hat schon so Manches Wertvolle hervorgebracht. Alte Denkstrukturen durchbrechen und zu hinterfragen.
Ein anderes Beispiel:
Auf dem Parkplatz einer Firma XY steht genau in der Mitte ein Holzpfosten. Jedem ist das Ding im Weg. Aber keiner macht ihn weg. Warum nicht?
Der steht da schon seit 50 oder 60 Jahren, niemand macht ihn weg, wird schon seinen Grund haben.
Ich betone, wenn die Möglichkeit besteht :
Warum nicht mal ein Sofa oder einen Schrank anders hinstellen im Raum und die Orgel dann auch?
Ja, das ist richtig Aufwand. Wenn ich aber weiß, dass in der Raumecke bestimmte Töne aufgedickt werden oder viel zu leise sind oder oder....
Warum nicht mal etwas anderes versuchen?
Und dann sich vielleicht hinterher die Frage stellen:
Warum habe ich das nicht schon vorher probiert.
Wenn es keinen Erfolg gibt, dann habe ich auf jeden Fall Gewissheit und die Erfahrung.
L. G., Axel

Musik ist die größte Erfindung der Menschheit: Sie wird von jedem Mensch verstanden unabhängig von Geschlecht, Sprache, Hautfarbe, Alter, etc..... Großartig!


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09.02.2026 13:40 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2026 14:21)
avatar  SJL
#7 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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SJL

Ich habe das intellektuell schon verstanden, keine Sorge. Bei aller Liebe zum Out-of-the-box-Denken, dessen Wert ich niemals in Frage stellen würde, gibt es dennoch gewisse Muster, deren Erhalt sich aus gutem Grund bewährt hat. Dazu gehört unter anderem, Torten nicht in der horizontalen Mitte zu teilen oder sie gar übereinanderzustapeln. In der unschönen Vorstellung der dabei entstehenden Sauerei hatte sich mir die Frage nach der praktischen Relevanz aufgedrängt, nach dem Motto "nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich".


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09.02.2026 17:02
avatar  pvh
#8 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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pvh

Hallo,
da Torten praktisch immer aus unterschiedlichen Schichten bestehen (sonst hieße das in meiner Heimat "Kuchen"), geht horizontales Teilen ja schon einmal gar nicht. Abgesehen von der Sauerei, wäre das ja nie "gerecht"! ;-)
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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09.02.2026 19:16
#9 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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Zitat von wohli im Beitrag #5
Mit zwei Messerschnitten viertelt man die Torte und den dritten Schnitt macht man horizontal...

Genau darauf hatte ich angespielt. Die Oma konnte auch einen Ring Biscuitteig horizontal schneiden für den Frankfurter Kranz; die Ringstücke waren dann perfekt waagerecht, ohne Verschnitt. Für mich ist das eine völlig magische Fähigkeit :D
Man müsste dazu ein Paper schreiben: "Partitioning three-dimensional Layer Cakes in Various Topologies"
Ansonsten hat pvh natürlich Recht: Vielleicht will man ja den Fondant/Marzipandeckel von oben und den knusprigen Mürbteigboden von unten! (=


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09.02.2026 19:47
avatar  SJL
#10 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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SJL

Ok, der Themenkomplex der Tortenschneidestrategien ist jetzt wohl hinreichend beleuchtet


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09.02.2026 23:17
#11 RE: Register lauter/leiser bei wertvollem Sampleset?
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😂😂😂👍👍👍

Musik ist die größte Erfindung der Menschheit: Sie wird von jedem Mensch verstanden unabhängig von Geschlecht, Sprache, Hautfarbe, Alter, etc..... Großartig!


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