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Auf den zweiten Blick: Gloria Optimus Plus
Ich habe seit einiger Zeit eine Physis Plus Orgel. Ich würde die Kaufentscheidung wieder so treffen, mit meinem heutigen Wissen aber den Termin beim Händler anders vorbereiten.
Insbesondere würde ich mit einem Tablet oder Laptop dort vorstellig werden (Tablet ist angenehmer, da man es dann auf dem Notenpult ablegen und bedienen kann), und zwar mit installierter Physis Plus Software (kostenlos auf der Homepage von Viscount bzw. im App Store) sowie einem passenden Kabel - für den Anschluss an der Orgel braucht man USB-B (kennt man von Druckern), für das Tablet i. d. R. USB-C; außerdem sollte es lang genug sein, mit 3m kann man es so verlegen, dass es nicht stört. Dann lässt sich das volle Spektrum der Einstellungsmöglichkeiten direkt beim Händler testen. Wenn man das über die Bedieneinheit der Orgel macht ist es sehr viel unübersichtlicher und führt zuverlässig zu Rückenschmerzen.
Vorab würde ich mir zudem die Handbücher zur Orgel und zu P+ anschauen (gibt es kostenlos als PDF, darin ist zwar nicht wirklich gut dokumentiert, was die ganzen Parameter bewirken, aber die grobe Richtung wird schon ersichtlich). Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig. Interessant ist die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Optionen.
Von den werkseitigen Intonationen war ich nicht begeistert, so sind mir z. B. bei Barock die Mixturen zu schrill und zu synthetisch (die halbwegs zu bändigen hat doch etwas Zeit in Anspruch genommen). Ungeachtet dessen vermittelt beim Probespielen das Umschalten zwischen den Werksintonationen einen Eindruck von der Bandbreite der Einstellungsmöglichkeiten.
Natürlich kann man auch mit MIDI-Kabel und Laptop anrücken, auf denen Hauptwerk und Sweelinq installiert sind. Dann lassen sich viel umfassendere Tests realisieren - selbst die Geduld des Händlers kann so eingehend getestet werden...
Welcher Physis Plus Händler hat kein Tablet da, um die Intonationssoftware zu sehen und zu testen?
Beim Forumstreffen in Baunatal lag das Tablet sogar schon bereit zwecks Demonstration...
Achso... Das ist freilich schade. 
In Augsburg hatte ich mich ein wenig an der Optimus (die Sonderedition in Weißeiche mit Holzbelägen auf den Tasten) gespielt und - ausgehend von der symphonischen Intonation - ein wenig intoniert. Das Ergebnis war durchaus dazu geeignet, mir zu gefallen. Das System hat auf jeden Fall viel Potenzial, wenn man die Zeit dafür aufbringt (und aufbringen will).
Ja, Zeit braucht man definitiv. Zwischenzeitlich habe ich Sweelinq auch ausprobiert und ich würde sagen, der initiale Klangeindruck (also ohne Veränderung irgendwelcher Parameter) ist besser als P+. Das dürfte auf einen grundlegenden Unterschied zurückzuführen sein. Sweelinq (wie auch HW) sind - auf hohem Niveau - eine "Imitation" von Pfeifenorgeln, von Instrumenten, bei denen jede Pfeife auf das Gesamtsystem intoniert ist. P+ ist nach meinem Verständnis eine "Simulation" von Registern. Mit entsprechender Mühewaltung lässt sich ein guter und stimmiger Gesamtklang erreichen. Toll klingen können Instrumente aus beiden Welten.
Bei Samples ist der Wow-Effekt sofort da, aber irgendwann hat man genug davon … Mit Physis Modeling kannst du immer mehr entdecken und den Klang ganz nach deinem Geschmack anpassen 
Zitat von Winters im Beitrag #36
..... Mit Physis Modeling kannst du immer mehr entdecken und den Klang ganz nach deinem Geschmack anpassen
Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich wollte unbedingt eine Septime haben für ein spezielles Stück. Bei HW hätte ich da wohl einiges investieren müssen in ein etwas größeres Set. Mit Physis konnte ich mir diesen Wunsch relativ einfach erfüllen. Oder mal etwas exotischere Register ausprobieren, z.b. ein Theorbe im Pedal... Dafür ist Physis einfach toll. Auf den "Wow" kann ich noch etwas warten, oder mit externem Hall arbeiten.
VG Wolfgang
Viscount Sonus 40 EU (seit 6/2018)
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