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Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
#1 Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Hallo zusammen,
ich habe bei ebay einen Rechner mit einer Hauptwerk 4.2 Version und diversen Sample Sets gebraucht gekauft.
Hatte mich sehr auf Landau und das viel gepriesene Rotterdam Set gefreut, die auch drauf sind. Aber ehrlich?
Ich finde es viel zu verhallt. Obwohl ich noch nicht mal die Rear Samples eingeladen habe.
Für Bach für meinen Geschmack viel zu viel Hall. Schade, dass man den Dry Anteil nicht individuell abmischen kann.
Oder geht das in den Versionen 5+? Das wäre für mich ein Grund ein update zu kaufen.
Ist das möglich, Close, Front und Rear bei den Versionen ab 5 zu mischen? Gibt es einen Mixer?
In der 4-er Version habe ich das nicht gefunden.
Falls das doch jemand bei der 4er Version hingekriegt hat, bitte melden :)
Welche Sets findet ihr gut für Bach? Hatte mich gefreut Triosonaten zu üben, aber irgendwie macht das in der Hallsuppe keinen Spaß.
#2 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Hallo @nichtfleury,
wenn du anspruchsvolle, polyphone Literatur üben willst und (vermutlich) ein geschultes Musikerohr hast, dann sind 95% der Samplesets kaum bzw. sogar ausgesprochen NICHT gut geeignet.
(Das war auch zu Recht viele Jahre eine berechtigte Kritik an HW. Viele hier liebten den knackigen Sound von Physis mehr, auch wenn der keine realistische, nicht-künstlich klingende Orgel zustande brachte bzw. bringt.)
Das Problem ist eine Kombination von vielen Ebenen und Gründen, die hier nicht einfach erläutert werden können. Wie ich schon oft geschrieben habe, muss der Hall für unsere Hörverarbeitung klar vom Direktschall trennbar sein. Das hat u.a. auch mit Lautsprechercharakteristik, - aufstellung, - abstand zu tun. (Über Kopfhörer sind viele einigermaßen zufrieden, weil sie sich dann "in größerem Abstand von der Orgel in die Kirche hineindenken". Über reine Lautsprecher-Stereoabstrahlung ist dies für unser Gehirn aus vielen Gründen nur in Sonderfällen möglich, Aber sie "sitzen dann nicht auf dem Orgelbock")
Es gibt aufwändige und damit natürlich nicht billige Methoden, diese Probleme zu lösen. Von den Samplesets sind nur 5 von 100 in diesem Sinne (!) eine Note 1. Rotterdam ist in natura eine super Orgel, das Set ist jedoch auch nach Bearbeitungen über 10 Jahre alt. Es ist wie damals üblich, mit dem Hall auch in der Frontperspektive "verklebt". Als Set ist es aus heutiger Sicht maximal eine 3-. Die Sets von PG sind aus verschiedenen Gründen allesamt nicht in der ersten Kategorie......(Das Landau-Set würde ich nicht für Bach verwenden und auch insgesamt nicht unbedingt empfehlen.)
Wie könntest du mit möglichst wenig Kosten zu einem befriedigenden Übeset für deine Ziele kommen?
a) ein Set nehmen, das wenig Hall hat. Das sind natürlich meist kleinere Orgeln in kleineren Räumen. Auch nicht unbedingt das, was einem als anspruchsvoller Musiker dann voll auf Dauer befriedigt.
b) Eines der wenigen ganz ausgereiften, recht neuen Sets kaufen, das u.a. auch die SEMIDRY-Perspektive hat. Dort ist die Orgel direkt vor dem Pfeifenprospekt aufgenommen. Die vielen akustischen Vorgänge im Orgelgehäuse sind enthalten, aber nur ganz wenig vom umgebenden Raum - mit besonderen Mikros gesampelt. Es ist der (idealisierte ) Klang auf der Orgelbank, wenn man den Raum wegdenkt. Dann die anderen Perspektiven auf getrennte Kanäle und Lautsprecher. Langfristig das weitaus Schönste, aber aufwändig und nicht billig......
c) Die Hallfahren kürzen (oder weitere nicht einfache Möglichkeiten mit neueren HW-Versionen) und über Kopfhörer üben. Dann "gehts einigermaßen". Aber bei gekürzten Releases wird der Klang wesentlich statischer und letztlich deutlich unbefriedigender.
d) ein modernes, neueres reines Semidry-Set kaufen, das auch auf HW 4.2 läuft. Dann mit anderen Methoden vielleicht etwas Hall ergänzen.
Beste Grüße
#3 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Zitat von Soli Deo gloria im Beitrag #2
...Von den Samplesets sind nur 5 von 100 in diesem Sinne (!) eine Note 1...
Welche Sets sind denn dann alle Note 1? (frage für einen Freund (tm))
#4 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Zitat von Regal acht im Beitrag #3Zitat von Soli Deo gloria im Beitrag #2
...Von den Samplesets sind nur 5 von 100 in diesem Sinne (!) eine Note 1...
Welche Sets sind denn dann alle Note 1? (frage für einen Freund (tm))
Das würde mich auch interessieren!
#5 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Zitat von nichtfleury im Beitrag #1
Hallo zusammen,
ich habe bei ebay einen Rechner mit einer Hauptwerk 4.2 Version und diversen Sample Sets gebraucht gekauft.
Hatte mich sehr auf Landau und das viel gepriesene Rotterdam Set gefreut, die auch drauf sind. Aber ehrlich?
Ich finde es viel zu verhallt. Obwohl ich noch nicht mal die Rear Samples eingeladen habe.
Für Bach für meinen Geschmack viel zu viel Hall. Schade, dass man den Dry Anteil nicht individuell abmischen kann.
Oder geht das in den Versionen 5+? Das wäre für mich ein Grund ein update zu kaufen.
Ist das möglich, Close, Front und Rear bei den Versionen ab 5 zu mischen? Gibt es einen Mixer?
In der 4-er Version habe ich das nicht gefunden.
Falls das doch jemand bei der 4er Version hingekriegt hat, bitte melden :)
Welche Sets findet ihr gut für Bach? Hatte mich gefreut Triosonaten zu üben, aber irgendwie macht das in der Hallsuppe keinen Spaß.
Ab Version 5 gibt es in HW einen Mixer, bei HW4.2 bist du auf das Mischverhältnis der Sample-Hersteller angewiesen. Du könntest höchstens - wie du es schon selbst richtig herausgefunden hast - die Surround bzw Rear Samples in den Einstellungen abwählen. Laurenskerk ist ein großartiges Sampleset, aber man muss bedenken, dass die 'Kerk' größentechnisch eher eine Kathedrale ist und die Schallwellen deswegen viel Zeit bis zum Erlöschen brauchen (auf dem Weg von der Orgel zum Sampling-Mikrofon reflektieren sie bestimmt auch hin und wieder mal an den Steinwänden). Laut Hersteller ist der Nachhall deswegen ca 5.5 Sek lang. Rotterdam und andere große Kathedralorgel-Samplesets sind deswegen eher Konzert- und nicht Übeinstrumente. Für Triosonaten wäre eine kleinere Kirche bzw ein holzverkleideter Konzertsaal "präziser". Eins der besten Sample Sets für eine Triosonate könnte Zöblitz sein (kleine Kirche, kleine Orgel und Silbermann Orgeln klingen sowieso meist sehr transparent).
Von einem Update auf HW9 würde ich mir nicht zu viel versprechen. Wenn das deaktivieren der Rear-Samples keine Abhilfe gebracht hat, wird der Mixer auch nicht viel bringen. Das Geld wäre viel besser in gute Kopfhörer investiert. Hauptwerk macht vor Allem mit Planar-Kopfhörern richtig Spaß - die trennen nicht nur den Hall und die Pfeifenansprache unglaublich gut voneinander, du kannst oft sogar einzelne Register präzise im Raum platzieren. In der Hinsicht wird da selbst ein Surroundsystem aus Studiomonitoren im hohen vierstelligen Bereich nicht mit 250 Euro Kopfhörern mithalten können.
#6 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Danke @Soli Deo gloria für die ausführliche Erläuterung. Ich spiele mit Kopfhörer und höre auch über Kopfhörer die Hallsuppe.
Ah, gerade erst gesehen. Danke auch an @DrJohnBull.
Für mich funktioniert eigentlich nur:
Die Trost Orgel von Organart.
Dann noch die Erfurt Büssleben von Grabowski. Die hat allerdings ein so spezielles Temperament, das ich sie kaum spielen mag. Weiß nicht, ob man die über eine andere Temperament Einstellung tunen kann? Weiß das jemand?
Würde mich auch über eure sample sets Empfehlungen freuen. dry/wetbslider wäre das beste, wie gesagt, bin bei 4.2 hängen geblieben.
Schöne Tage
#7 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Zitat von nichtfleury im Beitrag #6
Danke @Soli Deo gloria für die ausführliche Erläuterung. Ich spiele mit Kopfhörer und höre auch über Kopfhörer die Hallsuppe.
Ah, gerade erst gesehen. Danke auch an @DrJohnBull.
Für mich funktioniert eigentlich nur:
Die Trost Orgel von Organart.
Dann noch die Erfurt Büssleben von Grabowski. Die hat allerdings ein so spezielles Temperament, das ich sie kaum spielen mag. Weiß nicht, ob man die über eine andere Temperament Einstellung tunen kann? Weiß das jemand?
Würde mich auch über eure sample sets Empfehlungen freuen. dry/wetbslider wäre das beste, wie gesagt, bin bei 4.2 hängen geblieben.
Schöne Tage
In Büssleben ist die Originalstimmung eingestellt. Unter „Temperament“ kannst Du aber auch andere Stimmungen einstellen, dann wird es für dich wohl „normal“ klingen
Wenn ein Set für meinen Geschmack zuviel Hall hat (auch in den Front-Kanälen), dann richte ich einen weiteren Front-Kanal ein, bei dem ich die Releases bei 120 ms kürze. Dann kann man diesen neuen Front-Kanal etwas lauter einstellen, um etwas mehr Nähe zu den Pfeifen zu haben und den Original-Front-Kanal als Rear etwas dezenter in der Lautstärke einstellen.
Der Hall-Anteil ist zwar auch im Sustain-Anteil der Samples enthalten, aber es wirkt sich i.d.R. trotzdem positiv auf den Klang aus. Auf diese Weise habe ich schon für viele meiner Sets ein schöneres Klangergebnis schaffen können. Releases kürzen macht man am besten über das Voicing-Menü, damit der Sampleset-Cache nicht neu erstellt werden muss (erstes langsames Laden vermeiden). Wer keine Konfigurationserfahrung mit Hauptwerk hat, der tut sich damit aufgrund der schwer bedienbaren Hauptwerk-Oberfläche allerdings schwer.
Bach spiele ich gerne auf der Janke/Bückeburg, die es fast kostenlos gibt: https://www.sonusparadisi.cz/en/organs/g...anke-organ.html
#9 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Hallo @nichtfleury,
Landau kenne ich nicht. Rotterdam ist ein Mega-Set. Wie schon oben beschrieben, steht die Orgel halt in einem seeeehr großen Raum. Wie ebenfalls schon oben beschrieben, kannst Du selbst bei Surround-Sets mit dem "Mixer" dich zwar dichter an den Spieltisch heranbringen, aber so richtig "direkt" wird das nicht. Das ist m.E. auch gar nicht Ziel dieser monumentalen Raumklang-Samplesets.
Wer was zum Üben sucht, dem sei - wie auch schon oben beschrieben - die Möglichkeiten genannt, ein "trockenes" oder "trockeneres" Set zu installieren. Bei Caen habe ich das mal gemacht und die Hallfahnen bei der Installation rigoros auf zwei Sekunden kastriert. HW lässt ja vier unterschiedliche und getrennte Programmversionen zu - zumindest HW VI und später...
Damit kann man solche Spielchen völlig stressfrei und gefahrlos machen. Allerdings muss ich sagen, dass mir diese Lösung nicht lange gefallen hat. Hauptwerk habe ich schließlich gekauft, um authentische Orgeln in ihrer authentischen Umgebung zu hören. Also bin ich zum üben wieder auf Physis umgestiegen oder habe mir Samplesets mit trockenerer Raumakustik besorgt.
Das von Dir erwähnte Waltershausen / Trost SampleSet von OAM habe ich auch und genau damit übe ich Bach. Das ist zumindest ein authentisches Instrument aus der Zeit von Bach und die Akustik ist mit 2,5sek "übefreundlich". Leider bieten die OAM's keinen Simplescreen und das ist bei meiner besonderen HW-Installation sehr nachteilig - tut aber nix zur Sache dieses Threads.
Auch läuft Waltershausen authentisch auf irgendwas um 470hz, was schon "arg hoch" ist, aber HW (zumindest VI und später) lässt einen ja per Knopfdruck das auf z.B. 440hz reduzieren.
Trotzdem solltest Du wirklich mal in Betracht ziehen, ein Upgrade zu machen. Hauptwerk V kam ja 2019 oder 2020 raus. Das sind nun auch schon wieder fünf bis sechs Jahre her...
Aber - never touch a running system... - wenn Du mit 4.2 zufrieden bist, dann bleibe dabei. Rotterdam & Co wirst Du auch mit Hauptwerk IX nicht klanglich in eine Keksdose packen können...
VG
Aeoline
Organisten leiden oft an einer schlimmen Krankheit: Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
Viscount Unico 400 DE [V1.14.19] (56/III/P) : ab 11.2012
Johannus Opus 520 (45/II/P) : 10.1987-11.2012
Siel HB 700 (9/II/P) : 1977-09.1987)
#10 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
@opus20 danke für den Janke Tipp! Genau so ein set habe ich gesucht. Schöne Akkustik, keine Hallsuppe, und die angebotene Version bietet sogar für 4.2 User einen Mixer. Auf die Bezahlversion Vol 2 upgegradet.
Jetzt überlge ich noch, ob der Geldbeutel die Nitra von Grabowski zulässt. Muss vorher noch Obervellach (evenfalls Grabowski) antesten. Bzw Lubin. Falls jemand einen Favoriten hat (Nitra vs Obervellach vs Lubin), würde mich eure Meinung interessieren.
So macht Hauptwerk (4.2) Spaß.
Danke auch für diese Empfehlung:
"Wenn ein Set für meinen Geschmack zuviel Hall hat (auch in den Front-Kanälen), dann richte ich einen weiteren Front-Kanal ein, bei dem ich die Releases bei 120 ms kürze. ..."
Hierzu muss ich den Designer Modus starten? Ich weiß, wie man beim Laden eines Sets die Release Zeiten verkürzt. Aber wie ich einen extra Layer (Release auf 120ms gekürzt) und dann da drüber das Layer (unbearbeitet) nochmal drüber packe habe ich noch nicht raus. Falls du einzwei Hinweise geben könntest, würde ich mich sehr freuen, um das ein oder andere zu berhallte Set zu bearbeiten.
#11 RE: Landau und Rotterdam Sets: zu viel Hall
Ich habe Obervellach und auch Lubin. Letzteres finde ich ein ganz hervorragendes Sample Set, jedes Register für sich hat Charakter und ist sehr ausdrucksstark. Die Orgel ist fantastisch intoniert worden, Ich spiele sehr gern Barockmusik und speziell auch Johann Sebastian Bach auf diesem Set. Obervellach erscheint mir im Vergleich zu Lubin weniger Charakter und vom Ausdruck her weniger „Body“ zu haben.
Ich habe mir im aktuellen Winter-Sale bei Grabowski das Ermelo-Set gekauft (soll auch mit Hauptwerk 4.2 funktionieren), mit 100% Close und 50% oder weniger für die anderen beiden "Entfernungen" hat man eine schöne Orgel zum Üben - wobei sich der Hall eh in Grenzen hält. Da ich gerne Barock-Sachen spiele, hatte ich mir bereits die Pinerolo und Nitra zugelegt. Die Pinerolo ist quasi eine "Schnittger"-Orgel und gut für Buxtehude etc. geeignet. Bückeburg gefällt mir auch sehr gut, hatte das vorletztes Jahr mit dem Surround-Set ergänzt und bin mit entsprechend herunter geregeltem Hall auch sehr zufrieden. Ich kann nur empfehlen, die freien Demos von Grabowski vor einem Kauf auszuprobieren. Das hatte ich mit der Ermelo und Goch vor kurzem auch gemacht. Die Nitra ist übrigens auch um 15% reduziert...
Viele Grüße
Michael
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