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Manubrien, klassisch gedacht
Gerade kam mir die Frage, warum die Hersteller sich nicht mir einer klassischen, d.h. mechanischen Lösung bei den Modellen mit Registerzügen bemühen. Ohne Leucht-LED, dafür ausziehbar. Somit wäre es wie an einer klassischen Pfeifenorgel: Die herausgezogenen Registerzüge zeigen an, dass jene Register aktiv sind.
Wäre das im Vergleich zu den oft fragilen elektronischen Bauformen viel teurer?
Im Grunde ist das ja die Lösung, die bei Johannus bei den größeren Positiven implementiert ist (z.B. bei der Live III, habe das auch schon bei Monarkes gesehen). Der (m.E. gravierende) Nachteil ist, dass die Stellung der Manubrien nicht zwingend zu dem passt, was wirklich erklingt (siehe Wohli's Kommentar). Dieses Problem hat man über kleine LEDs zu heilen versucht, was aber auch nicht so richtig dolle ist...
Etwas OT:
Ich stelle mir umgekehrt die Frage, warum nicht mehr Orgelbauer in Pfeifenorgelspieltischen beleuchtete Registerwippen wie bei den meisten Digitalorgeln vorhanden einbauen.
Wenn ich eine elektrische Registertraktur plus Setzeranlage habe, müssten mechanisch zu bewegende Wippen doch wesentlich teurer als beleuchtete Wippen sein.
Über die Gründe kann ich nur spekulieren: Angst, dass die PO wie eine DO aussieht? 😀
Zitat von wohli im Beitrag #2Kleine Ergänzung/Korrektur, den das stimmt nicht immer. Die Orgel im Saal des Pflegeheims, wo ich manchmal spiele, hat auszeihbaren Zugregister und auch Leuchten (es is ein DO von Content). Die Leuchten zeigen an, welche Register belegt sind, zum Beispiel mit dem Setzer. Es gibt keine mechanische Steuerung.
hm. Spätestens wenn du mit Setzern arbeitest, mussten die ja über Motoren (?) rein- und rausgefahren werden ...
Wenn ich also beispielsweise die Prinzipale 8-4-2 mit den Handregistern belegt habe (Zugregister ausgezogen) und dann eine freie Kombination der Trompete 8 (mit Zubehör) anwähle, leuchten die entsprechenden Leuchten auf (aber die ausgezogen zugregister bleiben bei 8-4-2- Prestanten).
Das ist nicht immer praktisch, kann aber beim Umschalten von Präludium zu Gesangsbegleitung hilfreich sein - trotzdem registriere ich grundsätzlich immer mit die zugregister..
LG PM
#7 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Zitat von Martin78 im Beitrag #5
Etwas OT:
Ich stelle mir umgekehrt die Frage, warum nicht mehr Orgelbauer in Pfeifenorgelspieltischen beleuchtete Registerwippen wie bei den meisten Digitalorgeln vorhanden einbauen.
Wenn ich eine elektrische Registertraktur plus Setzeranlage habe, müssten mechanisch zu bewegende Wippen doch wesentlich teurer als beleuchtete Wippen sein.
Über die Gründe kann ich nur spekulieren: Angst, dass die PO wie eine DO aussieht? 😀
Nun im Grunde hat man sowas eine Zeit lang ja häufiger gemacht. Ich denke, dass der Nachteil häufig die Ersatzteilverfügbarkeit nach einigen Jahrzehnten sein dürfte. Ich erinnere mich daran, als ich 2015 ein Konzert in der Mannheimer Christuskirche noch am damaligen (heute ersetzten) Spieltisch spielte. Da gingen die Leuchten der häufig benutzten Register zum großen Teil nicht mehr, und Ersatzteile waren scheinbar zu einem vertretbaren Preis nicht mehr zu bekommen. Das war recht anstrengend, weil die angezeigten Register oft nicht dem Klangbild entsprachen und man sich viel merken musste, was jetzt gerade aktiviert ist, aber halt nicht angezeigt wird. Ich könnte mir vorstellen, dass man bei Pfeifenorgellösungen einfach in längeren Zeitmaßstäben der Haltbarkeit und Benutzung kalkuliert als bei den digitalen Gegenstücken.
#8 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Vor einiger Zeit hatte ich auch mal ein Improvisationsvideo von Olivier Latry gesehen, da saß er allein an einer PO mit Zügen. Zwischendurch war er manualiter so eingebunden, dass er einzelne Züge mit dem Fuß wieder abgestoßen hat.. Mit Wippen wäre das nicht gegangen (=
Abgesehen davon ist der Preis, um elektromagnetische Züge zu bekommen, vermutlich weniger als ein einzelnes Register, und spielt dann vielleicht keine so große Rolle mehr. Ist aber natürlich deutlich mehr als bei Wippen, klar.
#9 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Qualitativ hochwertige elektromechanische Züge gibt es hier:
Im Münsterland steht eine Capella 20 im Positivgehäuse mit holzbelegten Klaviaturen und elektromagnetischen Registerzügen von Kimber-Allen. Wenn Dir der Klang gefällt sind die geforderten 5500,-€
Wenn man für den Gesamtkaufpreis nur die elektromechanischen Züge rechnet, kommt bei 32 Zügen ein Registerzug auf ca. 170,-€
Mit den OSV, mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben sämtlich (wie auch immer) beleuchtete Registerzüge/Tabs ausgeschlossen, wenn
1. Ersatzteilverfügbarkeit für Beleuchtung nicht für die nächsten 50 Jahre gewährleistet wurde. In einem Fall wurden 3 komplette Sätze Leuchtmittel mitgeliefert.
2. Die Blendsicherheit bei sämtlichen in der Kirche vorkommenden Lichtverhältnissen nicht gewährleistet war.
#10 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Neben der vorigen Frage (Ersatzteilverfügbarkeit Birnchen vs. Stellmotoren), deren Beantwortung mich tatsächlich noch interessieren würde, noch ein weiterer Gedanke zur Ausgangsfrage:
Welchen Nutzen stiften Manubrien, egal in welcher Form, in Kombination mit einer elektr(on)ischen Registertraktur? Bei einer Schleiflade haben sie eine konkrete mechanische Funktion, die keiner in Frage stellen dürfte. Hingegen bei einer E-Traktur (und erst recht bei einer DO) haben sie eine Daseinsberechtigung, die mit einer Wählscheibe auf einem Smartphone oder einer Starterkurbel bei einem E-Auto vergleichbar sein dürfte.
VG
Stephan
#12 RE: Manubrien, klassisch gedacht
#13 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Meines Erachtens ist das keineswegs eine rein ästhetische Frage. Wir reden ja gerade nicht von Gehäuseformen, Holzarten oder Blattgold-Verzierungen, sondern von einem ganz erheblichen Unterschied im Hinblick auf die Bedienungslogik und Funktionalität.
Um in meinem Beispiel mit dem Smartphone zu bleiben: es geht nicht darum, ob auf der Handyhülle nun Einhörner oder Dollarzeichen abgebildet sind, sondern ob wir den Touchscreen durch eine Wählscheibe ersetzen, weil das vielleicht etwas netter aussieht.
#14 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Meine neue Opera habe ich wegen der praktikableren Bedienbarkeit mit Rocker-Tabs gewählt. Registerzüge lassen sich bei guter Anordnung (guter Vertrautheit mit dem Spieltisch) bis ca. 30 allein ganz gut bedienen. Bei mechanischer Traktur ist ggfs. noch die Doppeltraktur zu bedenken.
Bei DOs werden beleuchtete Züge häufig wegen der Optik geordert. Macht sich doch gut im Wohnzimmer.
Wenn wir uns die größeren Orgelneubauten der letzten 10 Jahren im PO-Orgelbau anschauen (Dom-Köln, Dom Mainz, Dom Regensburg..., Hamburg gr. Michel), dann können wir feststellen, daß elektromagnetische Rocker-Tabs in der Überzahl sind.
Zum Thema Ersatzteilbeschaffung: Versucht doch bitte mal für Feith-, Stockmann-, Euler-, W. Peter-Spieltische für die Pistons in den Klaviaturwangen oder die beleuchteten Drücker, Pedalpistons die Klemmglühbirnchen von T+N zu beschaffen. Sie wurden bis zum Ende der 70iger Jahre gerne verbaut. Die galten wegen ihrer Robustheit als technisch gut geeignet.
Die ersten beleuchteten Registerdrücker aus den 70iger Jahren werden durch die Bank komplett erneuert, weil z. B. die Lieferanten nicht mehr am Markt sind.
Die elektromagnetischen Registerzüge / Rockertabs die seit etwa 1960 Verwendung finden, sind durch einen Elektronikergesellen jederzeit reparierbar.
#15 RE: Manubrien, klassisch gedacht
Zur obigen Frage nach der Ästhetik:
Ich finde Manubrien unpraktisch, aber hübsch und irgendwie nostalgisch.
Die zierlich-zerbrechlichen Johannus-Stängel kämen mir allerdings von vornherein nicht ins Haus; an der Monarke an meiner Dienststelle ersieht man, wie fragil die Dinger (selbst in einer Orgel der Monarke-Klasse) sind. Da verbaut Viscount wesentlich Stabileres, selbst dazumals in der Gloria-Cantus-Reihe.
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