"Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen

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23.11.2025 14:51
#1 "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Hallo,
Das Lied "Tauet Himmel den Gerechten" findet man in vielen Diözesanhängen.
Mir ist die Fassung aus dem Bistum Münster geläufig. Gestern habe ich die Fassung des Bistums Osnabrück gespielt. Da gibt es erhebliche Unterschiede im Melodieverlauf. Auf der Orgelbuchseite von Heinz-Walter Schmitz gibt es weitere Fassungen anderer Bistümer welche von den nun mir bekannten zwei Versionen abweichen.

Kann mir jemand sagen, wieviele Fassungen es von dem Lied überhaupt gibt und welche der Melodien die ursprüngliche ist ?

Freundliche Grüße
Praestant


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23.11.2025 15:44 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2025 16:04)
#2 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Administrator

Im Österreichteil des Gotteslob stehen im Grunde zwei Fassungen, die ihrerseits wieder je eine zusätzliche Variante herausgebildet haben. Die Variante wurde mittels "kleiner Noten" in die Hauptfassung eingetragen, sodass jedes der beiden Notenbilder gleichsam "2 in 1" in sich vereint.

Eine Variante stammt von Norbert Hauner aus dem Jahr 1777, die andere geht zurück auf die Stadt Korneuburg im Jahr 1880 und wurde lange Johann Michael Haydn zugeschrieben.
791.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Die Hauner-Melodie wird in Österreich in der Diözese Graz und in ihrer Variante in den Diözesen Innsbruck und Feldkirch gesungen.
image.png - Bild entfernt (keine Rechte)

Im Orgelbuch gibt es glücklicherweise 4 eigene Orgelsätze, sodass jede der insgesamt 4 Varianten ohne Fallstricke vom Organisten gespielt werden kann (siehe Notenbild oben).
Die Korneuburger Fassung hat ihre Heimat in den (Erz-)Diözesen Wien, Salzburg, Gurk und Eisenstadt. Die ein wenig abweichende Variante in den Diözesen St. Pölten und Linz.

Die Hauner-Melodie gibt es m.W. in weiteren Varianten, die mit einem Auftakt aus 2 Achtelnoten beginnen:
Hauner2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

Die Notation 2 in 1 finde ich sehr unpraktisch und unübersichtlich. Noch dazu wird beim 2. Notenbild in hellgrauer Schrift darauf hingewiesen, dass die 3. und 4. Strophe bei der vorangehenden Nummer zu finden sind. Funktioniert nicht.
Im alten GL1975 war der Liedtext bewusst ohne Noten abgedruckt, so konnte er in jeglicher Diözese mühelos gesungen werden. Einige Diözesen hatten "ihre" Melodiefassung dann zusätzlich im damals sog. "Diözesananhang" abgedruckt.



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23.11.2025 15:57
avatar  Sc1978
#3 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Das ist eines der Lieder, von dem es im Essener Eigenteil drei Versionen gibt.
Münster-Paderborn-Köln
Man muss immer aufpassen zu welchem (Erz-)Bistum der Ort vor 1958 gehörte. Da bekommt man schon mal böse Kommentare, wenn die "falsche" Version erklingt.
Wie viele Varianten es gibt, weiß ich nicht. Viele unterscheiden sich nur durch einige Durchgänge.
Im EB Köln singen wir es im 4er Takt mit einigen Schleifen und der Wiederholung ab "denn verschlossen war das Tor...."
Aus dem Süddeutschen Raum kenne ich es im Dreiertakt mit und ohne Vorhalte am Zeilenende.
Im Mozart/Haydn Chorbuch vom Carus Verlag ist es Michael Haydn zugeschieben, ob das so stimmt wage ich zu bezweifeln.
Der in Wikipedia genannte Norbert Hauner, scheint mir stimmiger zu sein.
Ich würde die Ursprünge aber auch im Süddeutschen oder Österreichischem Raum sehen.
Eine "kuriose" Variante habe ich in einem deusch-amerikanischen Gesangbuch gefunden. Dort wird der Text auf die Melodie von "Freu Dich sehr, o meine Seele" gesungen.
Dass Lieder im dreier und vierer Takt überliefert sind, gibt es übrigens auch bei "Macht hoch die Tür", in einer Auflage des Freylinghausen Gesangbuchs, gibt es eine Fassung im 4/4. Wenn ich das in meinen Noten finde schicke ich es gerne. ..
LG

Plz 40591


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23.11.2025 15:58 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2025 16:03)
avatar  Sc1978
#4 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Sorry, Gemshorn war schneller....

BTW: In Köln wird das "fis" im zweiten Takt nicht gesungen.

Plz 40591

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23.11.2025 16:06
#5 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Administrator

Die Textfassungen sind übrigens beinahe ebenso zahlreich wie die Melodiefassungen.



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23.11.2025 17:17
#6 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Gerade gefunden bzw. hier gibt es einige Einspielungen plus eine kurze Übersicht der GL-Nummern in den einzelnen Bistümern.

Tauet Himmel den Gerechten


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23.11.2025 18:15 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2025 18:17)
#7 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Lingualpfeife listet jeweils nur das Vorkommen von "Tauet Himmel" auf. Wenn ich nicht ortskundig bin, lasse ich mir im Zweifel die örtlich gebräuchliche Melodie vorsingen. Es lohnt sich wirklich nicht, mit der Gemeinde in einen Melodienwettstreit zu treten. Man versaut den Leuten sonst damit ihre mit Emotionen besetzten Lieblingslieder. Im Eichsfeld (Niedersachsen /Thüringen), gibt es teilweise sogar örtlich übliche Melodiefassungen.
Eine ähnliche Problematik bringt das Lied "Das Grab ist leer" mit ähnlich vielen Melodievarianten mit sich. Während das Lied "Heiligste Nacht" mit mindestens zwei Melodievarianten weit verbreitet ist.
Weil es seit dem GL 1976 bei Stille Nacht die Strophenvertauschung gab, lasse ich dieses Lied nur noch auswendig singen, um eine Kakophonie der Texte zu vermeiden.

Liebe Grüße vom Clemens

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23.11.2025 23:36 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2025 23:38)
#8 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Vom Lied "Das Grab ist leer" kenne ich nur eine Melodie. In einigen (oder vielen ?) Bistümern wird die Textzeile vor dem Halleluja wiederholt mit anderen Melodieverlauf gesungen.
Im Bistum Münster singt man das Lied ohne Wiederholung.


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24.11.2025 10:40
avatar  Sc1978
#9 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Hier die drei Varianten vom leeren Grab aus dem Essener Eigenteil.
749=Münster
750=Köln
751=Paderborn
LG

Plz 40591

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24.11.2025 10:42
#10 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Administrator

So schnell gerät man vom Advent nach Ostern...



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24.11.2025 11:05
avatar  Sc1978
#11 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Aber immerhin kam Weihnachten kurz zur Sprache.....

Plz 40591


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24.11.2025 21:02
#12 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Administrator

Zitat von Sc1978 im Beitrag #9
Hier die drei Varianten vom leeren Grab aus dem Essener Eigenteil.
749=Münster
750=Köln
751=Paderborn

Ich sehe, die Unart, für weitere Strophen woandershin blättern zu müssen, ist in Deutschland noch schlimmer als in Österreich... Wenn die Melodie so irrelevant ist, dass man sie nicht im Blick haben muss, werden wohl viele Organisten 749 auf die Liedertafel stecken, auch wenn 750 oder 751 benötigt wird...



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24.11.2025 21:22 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2025 21:37)
#13 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Hier mein Beitrag zu "Tauet Himmel den Gerechten"...
In den 1960-er Jahren wurde dieses Lied bei uns in der Adventszeit noch im Religionsunterricht gelernt, gesungen und auch abgeschrieben...
Und auch mal "verballhornt": Da wurde der "Gerechte" zum "Gerächten" ...
Ich beschränke mich auf jene Melodiefassung, die wir damals gelernt hatten und sich im Diözesan-Gesangbuch "Magnifikat" (Erzdiözese Freiburg) befindet, die wir auch heute in unseren Messen singen.
Ab dem "Gotteslob" 1975 wurde uns die "Rottenburg-Stuttgarter"-Diözesanfassung aufgedrückt, was damals, wie auch bei vielen anderen in diesem Buch abgedruckten Lied-und Textfassungen, nicht gut ankam.
Zum Bilderanhang:
Zunächst eine Einführung aus einem Buch aus dem Jahre 1930, das sich auf die "Magnifikat"-Ausgabe von 1929 bezieht.
Das Lied war aber schon in den vorigen Ausgaben (ab 1892) mit der gleichen Melodie zu finden.
Diese Melodiefassung folgen in den beiden nächsten Bildanhängen, und zwar mit den Sätzen aus den "Magnifikat"-Orgelbüchern (Die Gesangbücher enthielten zu "Tauet Himmel" keine Noten) aus den Jahren 1929 - Herausgeber: Franz Philipp (1890 - 1972). Der Satz stammt höchstwahrscheinlich von Peter Piel (1835 - 1904)
Auf dem letzten Bild dann der Satz aus der letzten Ausgabe des "Orgelbuches zum Magnifikat" aus dem Jahre 1960, Herausgeber: Franz Stemmer (1898 - 1974)
Die Melodie ist unverändert, der Satz stammt von Berthold Hummel (1925 - 2002).
Viele Grüße
Bernhard

P.S.: Ich schaffe es einfach nicht, die Bildanhänge in jener Reihenfolge zu posten, wie gedacht...
Jetzt ist hier von oben nach unten folgende Reihenfolge zu sehen:
1. "Magnifikat" 1929
2. "Magnifikat" 1960
3. Einführung aus "Katholische Kirchenlieder" zum "Magnifikat" 1929, Theodor Humpert, 1930.

PLZ (erste zwei Ziffern): 69

Bildanhänge
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24.11.2025 21:43 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2025 21:46)
avatar  Sc1978
#14 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Orgelbuchsätze zum Eigenteil des Bistum Essen kann ich nicht schicken, weil es kein Orgelbuch dazu gibt. Eine lässliche Sünde nach 12 Jahren "neues" GL

Edit: wie ich grade sehe, kann mann jetzt das Orgelbuch "vorbestellen". Erscheinungsdatum dann tatsächlich schon am 30.6.2026

Plz 40591


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24.11.2025 22:44
#15 RE: "Tauet Himmel den Gerechten" Melodiefassungen
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Administrator

Nach so vielen Jahren gibt es dort immer noch kein Orgelbuch? Unglaublich...



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