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Raumkorrektur
#1 Raumkorrektur
image.png - Bild entfernt (keine Rechte)
So sieht typischerweise die Frequenzkurve in Wohnzimmern aus.
Hier allerdings mit geschlossenen, aktiven Basslautsprechern. Bei den offenen Schallwänden der Sakralorgeln geschieht das. was Axel @Content236 perfekt in einem anderen Faden beschrieben hat:
Externe Abstrahlung für Content Celeste 236
Zitat: "Ohne die beschriebene Maßnahme fand bei der Content kein Tiefbass statt. Der Subbass16 hat nur still die Luft vor sich her gepumpt..... Beim Violon16 dasselbe....." "es ist tatsächlich so, selbst bei den 8 Füßern kamen die tiefsten Töne nur seeeeeehr leise bis gar nicht"
Übersetzt in das obige Diagramm: unter rd. 100 Hz kommt oft gar nichts Definiertes.
Etwas darüber aber, Die enorme Überhöhung: der typische Raummulm, den viele für Bässe halten.
Es sind jedoch akustische Resonanzen, die durch die Dimensionen des Raumes (Länge, Breite, Höhe) entstehen.......
Am Black Friday gab es bisher immer ein günstiges Angebot von Dirac
https://www.dirac.com/?srsltid=AfmBOopYs...kENN64m70_TIrlD
Dirac, das online die gemessene Raumfrequenzkurve analysiert und korrigiert, verwendet auf seinen Servern längst KI. Ist die äußerst komplexe frequenz -und phasenrichtige Korrektur, die offline gar nicht sinnvoll möglich wäre (!), dann auf dem eigenen Rechner gespeichert, braucht es keine Internetverbindung mehr. Auch einfache aktuelle Rechner schaffen die Zielkurve dann spielend nebenbei.
Mit dem Kauf der Room Correction und Bass Control hat man 8 Korrekturkurven für 8 Stereokanäle zur Verfügung.
(Bei mir laufen die meisten für Hauptwerk, eine Stand-alone für Lautsprecher im Schlafzimmer und eine für die jeweils gemessene Korrektur in Kirchen)
Wer in dieser Richtung etwas verwirklichen möchte, dem stehe ich ggf. gerne mit Rat und Tat zu Verfügung. Es ist allerdings nur für Liebhaber und relativ Technikaffine möglich, die Freude an einem völlig veränderten orgeltypischen Klang haben.
Zitat Axel: "Ich kenne aber diese tiefen Töne und ich weiß, wie wunderbar die Musik auf den Menschen, auf die Seele wirkt, wenn "alles" da ist."
#2 RE: Raumkorrektur
Guten Morgen Soli Deo gloria,
vielen Dank und wie wahr. Nachdem ich mir so viel Mühe gegeben habe mit Optimierung des Bassgehäuses und der Intonation bin ich sehr sehr zufrieden, ja ich sage:
Sehr sehr glücklich!
Ich weiß auch, dass es immer noch einen dickeren Fisch gibt.
Aber, das kostet alles sehr viel Geld, Zeit und oftmals Platz. Zeit habe ich, aber das andere nicht und ich bin zufrieden.
Der Zufriedene hat immer genug.
Ich wünsche Dir den gleichen Erfolg und die Zufriedenheit und gutes Gelingen.
Ganz liebe Grüße, Axel
Musik ist die größte Erfindung der Menschheit: Sie wird von jedem Mensch verstanden unabhängig von Geschlecht, Sprache, Hautfarbe, Alter, etc..... Großartig!
@Soli Deo gloria: Deinen Tipp mit den kabellosen Nubert habe ich nicht ad acta gelegt.
Wenn es keine Concerto wird, sondern eine Optimus, wird mir das gewiss viel bringen.
#4 RE: Raumkorrektur
"Genial" ist es marketing-werbetechnisch, "Raumkorrektur" anzupreisen, wo die betreffenden Frequenzen aufgrund der völlig ungeeigneten Speaker gar nicht da sind :-)
Exkurs: Die zwei Welten des Schalls
Unterhalb der Schröder-Frequenz (Wellenmodell): Der Schall verhält sich wie eine Welle. Die Abmessungen des Raumes führen zu Raummoden (stehenden Wellen). Bestimmte Töne werden massiv verstärkt (Dröhnen) oder ausgelöscht. Hier ist das Klangbild ortsabhängig – ein paar Zentimeter Bewegung verändern den Basseindruck komplett.
Oberhalb der Schröder-Frequenz (Strahlenmodell): Der Schall verhält sich zunehmend wie ein Lichtstrahl. Die Modendichte ist so hoch, dass sie sich überlagern und ein diffuses Schallfeld bilden. Einzelne Resonanzen spielen kaum noch eine Rolle, stattdessen dominieren Reflexionen und Nachhall.
Eine rein frequenzbasierte Korrektur ist hier oft kontraproduktiv, da sie den Direktschall der Lautsprecher verfälscht, um Reflexionen auszugleichen, die das menschliche Gehör ohnehin - insbesondere bei getrennter Abstrahlung - separat wahrnimmt.
#5 RE: Raumkorrektur
Bedeutung für unsere Orgeln
Für eine Sakralorgel bedeutet das Erreichen dieser Frequenz den Übergang von physikalischen Problemen (Dröhnen im Pedal) hin zu ästhetischen Fragen (Klangfarbe und Hallcharakteristik).
Dieser Übergang ist nicht fix, sondern hängt von der Größe und der Dämpfung des Raumes ab.
Wohnzimmer / Kleine Kapellen: Die Frequenz liegt oft zwischen 100 und 250 Hz.
Große Kirchen / Kathedralen: Aufgrund des riesigen Volumens sinkt die Schröder-Frequenz oft unter den hörbaren Bereich oder in sehr tiefe Bassregionen. Das ist der Grund, warum große Kirchenräume oft einen "natürlicheren" Bass haben – die Moden liegen so eng beieinander, dass kein einzelner Ton störend hervorsticht.
Bei meinen Messungen mit dem Raumkorrekturprogramm Dirac und einem guten omnidirektionalen Spezialmikrofon konnte ich dies oft beobachten: In meinem Orgelzimmer war es entscheidend für die Verwirklichung einer ausgeglichenen Abstrahlung bis zu den Grundtönen von 32-Fuß Registern hinunter, teils gewaltige Raummoden bis ca. 350 Hz hinauf wirksam zu unterbinden. Nicht für eine Orgel nur, sondern für alle Samplesets und alle (bis zu 8-kanaligen) Perspektiven. Diese Arbeit wäre auch mit engen parametrischen Equalizern "von Hand" in Monaten nicht möglich gewesen. Zudem hätte sich bei jedem Pitchen im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten und jeder kleinen Umstellung im Raum alles wieder verändert und die Raummoden wieder wirksam.
Ähnliches, wenn auch nicht so stark, spielte sich in unserer kleineren Dorfkirche ab. Die ganze Holz-Empore dröhnte bei einzelnen Basstönen, die ich wirklich bis in die wunderbaren, orgelgemäßen Grundtöne sanft angepasst abstrahle, wenn man die Moden, die sich unweigerlich wegen der Raumgeometrie massiv aufschaukeln können, nicht unterbindet.
Anders dagegen in großen Kirchen: keine oder nur minimale Moden in bestimmten Ecken und Winkeln beobachtbar, aber eine Intonation ganz anderer Art ist wünschenswert.
#6 RE: Raumkorrektur
Für die Raumkorrektur bräuchte es also bis zu 8x Line-Out und dann entsprechend Boxerie, so daß man eine Optimus+ extrem aufpimpen könnte. Aber die orgelinterne Boxerie wird dann gemutet, da das Dirac etc. ja keinen Einfluß hat. Oder greift man in die Signalkette der Orgel ein?
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