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2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
#1 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
Unsere Orgel in Neunkirchen (21/II/P, Bj. 1983, Kögler-Zika) wurde vor kurzem einer Generalreinigung unterzogen, wobei auch eine umfangreiche Neuintonation durch Chr. Allgäuer erfolgte. Neuintonation insofern, als bestehende Intonationsmängel behoben und JANKE II als schwache Temperatur verwendet wurde.
Dabei stellten sich überraschend einige Dinge heraus, mit denen man vorher nicht unbedingt gerechnet hätte:
- der Ausgleichsbalg im Positiv war gerissen,
- die Zungen im Fagott 16' waren leicht angerostet und klangen deshalb extrem scharf und
- beginnende Schimmelbildung im Hauptwerk
Die Neuintonation erfolgte u.a. auch aus dem Grund, da viele Pfeifen des HW nur eine grobe "Werksintonation" und keine Intonation aufwiesen, die den akustischen Raumverhältnissen entsprach. Aus der Mixtur 5fach wurde eine Mixtur 4fach, da es daneben noch eine Zimbel 3-4fach im Positiv gibt. Auch Trompete 8' war vorher extrem scharf, ebenso die Superoktav 2' im HW. Hier wurde von Chr. Allgäuer /Würflach wirklich eine tolle Intonationsarbeit geleistet.
Darüber hinaus wurde aus einer gleichstufigen Temperatur eine schwache Temperatur nach "JANKE II", da dies die Pfeifen zuließen, ohne dass gröbere Eingriffe in die Pfeifenlängen erforderlich waren. Damit klingen insbesondere bestimmte Tonarten feiner und lebendiger zugleich. Auch Bachwerke klingen damit viel besser als mit gleichstufiger Temperatur, B-Tonarten (wie B-, Es-, As-Dur) klingen ebenso gut. Weiteren Intonationsbedarf gab es bei den Register Spitzflöte 8' und Blockflöte 4', was die Tonansprache betrifft. Der Subbass 16' in der großen Oktav wurde etwas stärker.
Chr. Allgäuer betrachtete die Temperatur nach Janke II anfangs skeptisch, probierte diese Temperatur mit einem Register aus, und war danach so begeistert von dieser Temperatur, dass er diese in sein Stimmprogramm aufnahm. Mittlerweile war auch die Kollaudierung durch H. Gasser, wobei dieser eine deutliche Verbesserung des Klanges im Vergleich zu vorher feststellte.
JJBB1
LINK in Organindex: Neunkirchen
#3 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
Informationen zu Jankes Stimmtemperaturen finden sich hier:
Sie lassen sich auf Viscountinstrumenten recht leicht realisieren. Ich wechsle mit jedem Orgelstyl auch automatisch die Stimmtemperatur.
Viel Freude beim realisieren und ausprobieren.
@ JJBB1: schön, dass dein Orgel verbessert wird, ich wünsche viel Freude beim Spielen! Schimmelbildung deutet auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit hin, das hatten ichauch mal bei meine vorherige DienstOrgel. Es wurden damals Feuchtigkeitabsorber eingesetzt.
PS: ein Viscount Physis hat neben den 13 festen Temperaturen auch 4 frei programmierbare Temperierplätze.
@ clemens: ist die automatische wechsel pro Intonation (i.E. per .sty)? Wenn ich bei meiner Sonus eine andere Intonation (.sty) wähle, bleibt die Stimmung gleich - die muss ich dann manuell ändern, wenn ich das für nötig halte. Oder meinst du, wenn du ein anderes .all im Orgel installiert? Dan klapt es.
Oder ist es bei einem Unico anders als bei einer Sonus? Oder hast du Physis +?
hg PM
Hallo PM,
bei meiner Unico ändert sich an der Stimmung nichts, wenn ich den Style wechsele. Das ist auch gar nicht Sinn der Sache.
Eine komplette Physis-Orgel-Disposition und -Intonation sollte immer aus allen drei Teilen bestehen: STY, SET, CMD und in einer ALL-Datei abgespeichert werden.
Mein Lieblingsbeispiel: Was nutzt mir die Programmierung des Crescendo-Pedals für eine franz. Barockorgel auf STY 1, wenn ich auf STY 2 eine deutsche Romantikerin habe?
Gleiches gilt für die Setzerbelegung (CMD) und eben auch für zahlreiche Parameter, die in der SET-Datei gespeichert werden (eben wie die Stimmung). Deshalb speichere ich eine "Physis-Orgel" immer nur als .ALL ab und habe damit alle spezifischen Einstellungen unter "FRZ-BAROCK.ALL" oder eben "DT-ROMANTIK.ALL" abgelegt.
Die vier Styles nutze ich für Nuancen in der Intonation. Mir gefällt eine Orgelklang am Samstagvormittag und am Sonntagabend finde ich ihn gar nicht mehr so gut. Dafür nutze ich die Styles und drehe z.B. die Zungenstimmen im franz. Barock im STY 1 deutlich mehr auf. Es entstehen Intonations-Nuancen für die persönlichen Stimmungen zum und beim Orgelspiel mit "der einen Physis-Orgel".
Entschuldigung für das Off-Topic...
VG
Aeoline
Organisten leiden oft an einer schlimmen Krankheit: Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
Viscount Unico 400 DE [V1.14.19] (56/III/P) : ab 11.2012
Johannus Opus 520 (45/II/P) : 10.1987-11.2012
Siel HB 700 (9/II/P) : 1977-09.1987)
#9 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
Also bei Physis+ in meiner OPERA kann ich die Stimmtemperatur zum jeweiligen Style im Menue TUNING abspeichern, genauso wie auch das Routing. Darüberhinaus läßt sich JANKE II in einer der 4 CUSTOM-Stimmungen realisieren. Ich muß lediglich die Werte der großen Octave für jeden Ton lt. Tabelle eingeben. Ebenso kann ich die Flowtingdivision in einen Schweller auf das 3. SW-Pedal legen, oder es als Registercrescendo definieren.
#11 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
Zitat von clemens-cgn im Beitrag #9
Also bei Physis+ in meiner OPERA kann ich die Stimmtemperatur zum jeweiligen Style im Menue TUNING abspeichern, genauso wie auch das Routing. Darüberhinaus läßt sich JANKE II in einer der 4 CUSTOM-Stimmungen realisieren. Ich muß lediglich die Werte der großen Octave für jeden Ton lt. Tabelle eingeben. Ebenso kann ich die Flowtingdivision in einen Schweller auf das 3. SW-Pedal legen, oder es als Registercrescendo definieren.
Was ist Deine persönliche Meinung zu Janke II und welche Erfahrungen hast Du damit? Für mich persönlich war "JANKE II" ganz neu, mein Sohn, der ebenfalls das Diözesankons absolviert hat, machte mich auf diese Temperatur aufmerksam. Wir probierten dann via Internet-Tools die verschiedensten Akkorde aus, wie sie auf JANKE II klingen (zB C-Dur, Es-Dur, As-Dur, Kreuztonarten etc). In die engere Auswahl kamen bei uns dann
- SORGE III
- JANKE II
- NEIDHARDT ("kleine Stadt")
JJBB1
#12 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
#13 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
Bei der Auswahl der Temperaturen Janke II oder III oder IV ging es auch um die Frage, welche Temperatur ist mit dem bestehenden Pfeifenmaterial machbar, ohne dass es eines stärkeren Eingriffes in die Pfeifenlängen bedarf. Da die Orgelpfeifen gleichstufig temperiert waren und an der Länge keine gravierenden Änderungen erfolgen sollten, kam grundsätzlich nur eine schwache Temperatur in Frage. JANKE III oder JANKE IV entsprechen von der Stärke der Temperatur her doch eher NEIDHARDT "Große Stadt".
JJBB1
#14 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
Weiters gilt es zu berücksichtigen, ob die Pfeifen der Orgel grundsätzlich mittels Stimmrollen gestimmt werden (zB viele NOVAK-Orgeln) oder die Länge der Orgelpfeifen exakt nach der Tonhöhe gebaut sind. In ersterem Fall lässt sich vergleichsweise leicht beinahe jede Temperatur herstellen, da eine größere Schwankungsbreite in Bezug auf die Tonhöhe bestimmt. Nachteil: Pfeifen verstimmen sich grundsätzlich leichter.
Im letzteren Fall, wenn die Pfeifen in tonhöhengemäß gebaut sind, sind geringer Schwankungsbreiten in Bezug auf die Tonhöhen möglich. Vorteil: ein derart gebaute Pfeife hält wesentlich konstanter für lange Zeit die einmal fixierte Tonhöhe.
JJBB1
#15 RE: 2. Generalreinigung unserer Orgel nach 23 Jahren
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