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Hauptwerkinteressierter erbittet Tipps
Hallo zusammen. Ich bin neu hier und freue mich hier in diesem Forum zu sein. Ich möchte mir eine Hauptwerkorgel anschaffen und bin totaler Anfänger. Ich wäre dankbar für Tipps, wie ich da vorgehen kann/muss/sollte. Mein Budget liegt bei max. € 15,000.-. Die Orgel soll nur als Übeorgel dienen, 2- oder eventuell auch 3-manualig sein. Da ich ausgeprochener Tournemire-Fan bin, hätte ich natürlich gerne ein 32-töniges Pedal und auch die entsprechenden Maunualumfänge, aber das ist für die wenigen diesbezüglichen Werke bei Tournemire kein unbedingtes Muss. Wichtig ist, dass die Orgel nicht sehr groß sein darf, weil ich in ein paar Jahren nach Spanien umziehen werde und dort der Platz leider sehr beschränkt sein wird. Wie gesagt, ich bin leider in Fragen "Hauptwerk" ein kompletter Anfänger, aber das Konzept ist absolut überzeugend. Da es eine Übeorgel werden soll, kann ich auch -vorerst zumindest- auf Boxen verzichten und ein guter Kopfhörer würde ausreichen. Ganz wichtig für mich wäre allerdings ein akzeptables Spielgefühl, was die Manuale und das Pedal angeht. Auf den besseren Friedhofsorgeln, z.B. von Viscount, ist das Pedal oft viel zu stramm eingestellt. Wie soll man da ordentlich virtuosere Pedalstellen meistern? Wie gesagt, ich bin für Tipps überaus dankbar!
#2 RE: Hauptwerkinteressierter erbittet Tipps
Hallo Nuflo,
herzlich willkommen im Forum. Leider schreibst Du nicht, aus welcher Region Du kommst.
Du schreibst: "....nicht sehr groß". Diese Angabe ist so nicht recht zu gebrauchen. Mitunter kann ja auch ein Positivgehäuse optisch klein wirken. Auf der anderen Seite möchtest Du gerne ein 32-iger Pedal haben, das die benötigte Grundfläche nicht unerheblich vergrößert....
Pedalfedern waren Dir bei Viscount zu stramm. Beim Neukauf lassen sich die Spielgewichte bei einigen Händlern gezielt festlegen. Dir angenehme Spielgewichte im Pedal und auch Manual (III am leichtesten .... I am schwersten) vom Orgelbauer mit einer sogenannten Kontaktorwaage auswiegen lassen und bei einer Bestellung mit berücksichtigen. (Viscount liefert 3 verschiedene Tastengewichte! aus.
Fachlich gut sortierte Anbieter haben 5 und mehr Klaviaturanbieter in der Auswahl. Ein wichtiges Kriterium ist ggfs. die spätere Regelbarkeit von von Druckpunkten und Spielgewichten. Weil ich mir den Mercedes unter den Klaviaturbauern (UHT) nicht leisten konnte und wollte, kam es bei meiner DO zum Einbau von Schwindler/AWK (Viscount). Trotz des Risikos, das sie bei schwerer Gewichtung ca 155 Pond laut werden können. Was wiederum den Anschlag zivilisiert ;-). Bei täglichem Spiel habe ich diese Entscheidung in den letzten 10 Monaten nicht bereut. Schwindler/AWK läuft bei mir tadellos.
Bei einer Neueinrichtung sollte nicht nur auf den Registersequenzer + und - (per Daumen und Fußtaster) Wert gelegt werden. Auf Dauer werden sich digitale Noten vom Tablet durchsetzen. Deswegen lohnt sich die Anschaffung und Integration eines "AirTurn" Digit BT-200 oder anderes System per Fuß und Taster unter und ggfs. neben den Klaviaturen für eine mögliche Assistenz. Haben ist besser als brauchen ;-). Nachträglich so etwas zu montieren ist immer recht teuer und gefährdet mitunter auch den Garantieanspruch!
Bei Deiner beengten Planung solltest Du ggfs an einen zweiten Kopfhöreranschaluß mit eigenständiger LS-Regelung denken. So kann man ggfs. unterrichten oder auch 4-händig musizieren.
Wer soll alles auf Deinem Instrument spielen? Ggfs. ist an eine Höhenverstellung zu denken. Die preiswerteste höhenverstellbare Orgelbank (in massiver Eiche!) habe ich seinerzeit bei Noorlander Orgels gefunden. Da wird niemals etwas quietschen ;-). Bei einem 3 manualigen Spieltisch ist ein verstellbares Notenpult bei einem Spieleralter größer 40 Lebensjahre ein Muß. Den Computer gleich mit mindestens 64 GB ausrüsten. Dann sind Optionen für große Sets realisierbar.
Auch wenn Du momentan nur über Kopfhörer zu üben gedenkst, solltest Du interne Verstärker ggfs. mit Sourround mitbedenken. Das wird Dich später in die Lage versetzen, einfach eine externe Abstrahlanlage zu realisieren. Im Falle eines Wiederverkaufs wird das Instrument dadurch interessanter.
Wie ich in der letzten Woche erfuhr, hat das Bistum Mainz für die Ausbildung der Kirchenmusiker ein Swelinq-System bei Noorlander gekauft.
Es gibt Anbieter, die bieten Swelinq und Hauptwerk in einem System zum Umschalten an. Mich hat diese Möglichkeit fasziniert. Hier im Forum gibt es bereits Parallelnutzer.
Von Mixtuur hab ich Dir mal einen Flyer beigefügt.
Ich hoffe, die Infos sind hilfreich ;-) bei Fragen: fragen!
Wenn es HW sein
#3 RE: Hauptwerkinteressierter erbittet Tipps
Hallo (=
Der Manualumfang ist idR fünf Oktaven C-c4 -- wie viele Töne dadrauf dann klingen, hängt bei Hauptwerk vom Sampleset (und damit vom Originalinstrument, ggf. noch von der HW-Extension) ab. Das müsste für den Tournemire dann eines sein, das nach oben genug Töne hat.
Ein 32-töniges Midi-Pedal ist möglich. Schon mal bei den größeren Anbietern geschaut, was es da für Spieltische gibt? Da sind teilweise auch relativ spartanische dabei, die dafür platzsparend sind.
#4 RE: Hauptwerkinteressierter erbittet Tipps
Willkommen im Forum Nuflo, ich habe mich nach über 10 Jahren mit Physis-Technologie (Gloria Concerto) für eine Johannus 260 mit Samplingtechnik entschieden (Klangqualität durch Oranjecor-Technik und Faltungshall-Möglichkeiten).
Um zusätzliche Klangmöglichkeiten zu ermöglichen, habe ich die Johannus via vorh. Midi-Schnittstellen für Hauptwerk (HW) verbunden - HW habe ich zum testen auf meinem vorh. Notebook installiert (Prozessor AMD 7 mit 32 GB Arbeitsspeicher und SSD-Festplatte von 500 GB).
Nach der Testphase ziehe ich folgendes Fazit:
- Spieltisch: es gibt spezifisch für HW reine Midi-Spieltische in div. Konfigurationen (32 Pedaltöne, Holztastatur, etc.)
- Die HW-Software habe ich aus Platzgründen auf einem sep. Mini-PC installiert (Intel-Core i9, 64 GB Arb.speicher, 2 TB SSD-Festplatte). Eine Komb. vom Arbeits-Notebook und HW ist nicht ganz unproblematisch
- Ich habe mir ein ext. USB-Audio Interface (Steinberg UR22C) mit Midi-Anschlüssen besorgt. Damit verbindest du Midi, sowie das Audio-Signal direkt mit der Orgel.
- Für die Bedienung von HW benötigst du 1-2 Touchscreen Monitore (die Anzeigemöglichkeiten sind für die Sampelsets unterschiedlich vorgegeben. Ideal ab 24 Zoll.
- Samplesets: Für HW sind versch. Samplesets erhältlich. Stereo bis Mehrkanal. Für reinen Kopfhörerbetrieb reicht Stereo, falls du später ext. Lautsprecher verwenden willst, benötigst du Mehrkanal.
- HW ist eine Software mit fast unbegrenzten Möglichkeiten. Falls du Konfigurationen selbst vornehmen willst, bedingt das intensives Einarbeiten (in englisch).
- Natürlich gibt es Anbieter, die deinen Rechner gem. deinen Wünschen konfigurieren, aber mich interessieren die Konfig. Möglichkeiten.
- Finanzielles: ich habe HW 9, sowie einige Sampelsets zum Aktionspreis erworben, zudem gibt's auch gratis Samplesets. Orgel Johannus Studio 260 CHF 5'500, Mini-PC mit Audio-Interface CHF 1'200, 10 Sampelsets ca. CHF 500
Für dein Budget lässt sich sicher ein tolles Angebot evaluieren. Es befreit dich aber nicht, vor einer detaillierten Evaluation. Viel Glück!
LG
Martin
#5 RE: Hauptwerkinteressierter erbittet Tipps
In den Kleinanzeigen findet sich ein 4 manualiges System. Evtl. ist das etwas für Dich.
Zitat von mvn im Beitrag #4Es sollte außerdem ein 4K-Monitor sein. Hersteller wie Inspired Acoustics designen ihre Screens offensichtlich nur in 4K. Mit "normaler Auflösung" kaum lesbar.
- Für die Bedienung von HW benötigst du 1-2 Touchscreen Monitore (die Anzeigemöglichkeiten sind für die Sampelsets unterschiedlich vorgegeben. Ideal ab 24 Zoll.
Zitat von mvn im Beitrag #4Mit den erwähnten "konfig. Möglichkeiten" kann man mit Stereo-Sets die Mehrkanaligkeit nutzen. Das ist aber erst mit einiger Erfahrung machbar. Einsteiger scheitern i.d.R., weil das in HW ziemlich kompliziert gelöst ist.
Für reinen Kopfhörerbetrieb reicht Stereo, falls du später ext. Lautsprecher verwenden willst, benötigst du Mehrkanal.
Zitat von mvn im Beitrag #4
Falls du Konfigurationen selbst vornehmen willst, bedingt das intensives Einarbeiten (in englisch).
Das ist leider so. Selbst mit der dt. 1:1-Übersetzung bin ich nicht schlauer geworden.
64 GB reichen heutzutage für größere Surround-Sets nicht mehr. Der neue PC sollte 128 GB unterstützen.
#7 RE: Hauptwerkinteressierter erbittet Tipps
Hallo NuFlo,
ich oute mich als Besitzer einer Mixtuur Orgel die sowohl Hauptwerk als auch Sweelinq besitzt. Diese hat jedoch, abweichend von Deinen Anforderungen, nur ein 30-töniges Pedal. Tatsächlich ertappe ich mich dabei, fast von Beginn an, beinahe nur Hauptwerk genutzt zu haben. Meine Mixtuur Duett III besitzt 3 Manuale mit Holzkernklaviaturen. Darauf ist das Set Bückeburg als Demo welches ich mit meinem Kopfhörer im Grunde sehr häufig nutze. Was ich, nach etwa 2 Monaten Nutzung ändern würde im Setting: Ich würde mindestens 2 Fußpistons bestellen.
Der Vorteil in diesem System, ähnlich Content, ist für mich der, dass ich, zumindest bisher, keinerlei Wartungs- oder Systemänderungen durchführen mußte. Ein programmieren von Hauptwerk ist bisher nicht notwendig gewesen. Das war meine größte Sorge denn ich bin nicht sonderlich computeraffin. Woran man sich möglicherweise gewöhnen muss sind die 2 Touchscreens. Das ist jedoch eine kurze Eingewöhnungszeit. Natürlich gibt es ein solches System auch mit Tastern oder Zugregistern. Es ist "nur" eine Finanzfrage
Mein Setting liegt unter Deinem Preisniveau. Die Korpusverarbeitung finde ich persönlich schöner als bei Content. Das Instrument wirkt insgesamt wertig und gut verarbeitet und durch den schlanken Korpus auch nicht zu wuchtig.
Der "Nachteil" ist der, dass man keine eigene Klangerzeugung hat, wie es bei Sampling oder PM basierten Instrumenten der Fall ist. Man kann also weder auf die Instrumenteneigenen Sampling Erzeugung zurückgreifen bzw. diese zusätzlich zu Hauptwerk oder Sweelinq zu nutzen. Ich halte diesen Nachteil für, zumindest für mich, für vernachlässigbar.
Vielleicht magst Du ja einmal Sampling und Hauptwerk/Sweelinq miteinander vergleichen?
Du bist herzlich eingeladen.
Liebe Grüße,
Uwe (aus Alfter)
Mixtuur Duett III mit Sweelinq und Hauptwerk
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