Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025

06.09.2025 10:59
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#1 Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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09.09.2025 11:48 (zuletzt bearbeitet: 09.09.2025 12:00)
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#2 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Am Samstag, 13. September, stellen sich in der Neuapostolischen Kirche Pforzheim-Bayernstraße mehrere Organisten der Herausforderung, alle 438 Choräle des Gesangbuchs auf der Pfeifenorgel zu spielen.

Mal nix gegen Ideen

Es sind jedoch keine 438 verschiedene Choräle, sondern 438 Liednummern oder 438 unterschiedliche Texte. 438 Choräle sind es schon gar nicht, da im neuapostolischen Gesangbuch, welches vor 20 Jahren die erste (!) Reform des Gesangbuches seit 1925 bewerkstelligte, die meistens englischen methodistischen Erweckungslieder von +/- 1860 mit kleineren Korrekturen noch enthalten sind. Oft "Wanderlieder" oder Melodien, fern des heutigen Zeitgeschmackes. Keine Choräle. Noch im 19 Jht wurden viele derartigen Lieder ins Deutsche übersetzt, sonst wären sie hier vermutlich unbekannt. Im EMK Gesangbuch sind sie längst nicht mehr vorhanden.

Immer noch wird das den nicht an der Hymnologie interessierten Laien als "neuapostolisches Liedgut" angeboten. Dazu dient auch diese Veranstaltung.

Da Wohli eine "tolle Idee" in diesem Forum präsentiert, eben auch meine abweichende Meinung. Ich meine auch, dass ein Organist gleich welcher Konfession die Choräle einfach auf der Orgel können und die "Herausforderung" allenfalls im Anfangsstadium der Ausbildung vorhanden sein sollte.

Nichts für ungut Wohli und keinesfalls persönlich etwas gegen Dich oder die Veranstalter in der neuapostolischen Kirche Pforzheim. Es ist nur mein Anliegen, dass die Orgel in der heutigen Zeit in allen Konfessionen ankommen muss mit zeitgemäßer Musik und auch mit einem gewissen kulturellen Verantwortungsbewusstsein. Manch ein EG plus klavierbegleiteter Schlager wird deshalb in der nahen Zukunft auch wieder rechtzeitig aus den Notenwerken verschwinden und nicht wie im Gesangbuch der NAK als "Choral" nach 165 Jahren (1860-2025) in einer Marathonveranstaltung gespielt werden.

Mit einem anderen Konzept wie "Nacht der Kirchen" oder anderes immer eine Idee wert.

Michael


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09.09.2025 13:37 (zuletzt bearbeitet: 09.09.2025 13:57)
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#3 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Puh. Dass du dich an dem Begriff "Choral" störst - ok, dass ist gewiss ein unbedachter Fehler der Verantwortlichen, die das organisiert haben.

Nichtsdestotrotz finde ich die Idee an sich gut - geht es doch weniger darum ein gewiss revisionsbedürftiges Gesangbuch zu glorifizieren (wenn man mal schaut, was es so bei den Mennoniten gibt - und die sind zahlenmäßig deutlich weniger) als eher mit so einer Veranstaltung auch die Öffentlichkeit zu erreichen (deshalb vermutlich auch der Begriff "Choral" - dem normalen NAK-Mitglied wäre eher "Lieder" verständlich) ... Wenn man sich mit den zur Verfügung stehenden Quellen näher beschäftigt wird auch deutlich, dass über das bloße Herunternudeln der Gesangbuchtonsätze eben auch Choralvorspiele, Bearbeitungen und Improvisationen zu den Melodeyen (übrigens tatsächlich nur 250, der Rest ist nur anders Textunterlegt) erfolgen - also durchaus etwas anspruchsvolleres, als derdiedas Gottesdienstbesucher so allsonntäglich erwarten mussdarfkann ... und damit wird selbst einem NAK-Publikum "Orgelmusik" als solches nahegebracht werden können. Eine Chance, finde ich.

Kann ich aber im Detail nicht überprüfen - bin mindestens 660 Fahr-km weit weg und nur zufällig darauf gestoßen.


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09.09.2025 15:43
#4 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Man kann alles auch übertreiben...


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09.09.2025 20:30
avatar  Positiv
#5 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Ob es dieses Mal übertrieben ist oder nicht: in der Kirchenmusik liegt ein großes Potenzial.

Es gibt es viele neue Wege, die bisher nicht begangen wurden.

Wie war es denn oftmals bisher?

Mal ein Beispiel:

Eine mehrseitige Bachfuge im Dom zu Irgendwo. Gut gefüllt mit Zuhörern. Orgelmusik zum Festtag. Am Eingang ein mittig gefaltetes DIN A4 Blatt mit den Daten von J. S, Bach (1685-1750). Man liest über die Organistin mit Vita. Ausbildung bei Professoren X und Y. Spielt heute. Aha. Spätestens beim Einsatz der vierten fugalen Stimme ab Takt +/- 20 wird der Zuhörer gedanklich aussteigen und nur noch Orgelbrei verdauen. Sehen kann er, die Mithörer und die Innen ohnehin nichts. War immer so. Nur die Vorderfrau mit den frisch gewaschenen Haaren sitzt im unmittelbaren Blickfeld. Das Spielmensch auf der Westempore müht sich hochqualifiziert, aber fast umsonst. Schön wars, mal wieder.

Was wäre, wenn Zuhörer informiert und aktiv eingebunden sind (so eine Absicht zum Mitsingen beim NAK Marathon)? Wenn sie anfragen, wann die Orgel wieder spielt?

Die Lösung ist schon da. Musikvermittlung ist ein neuer Beruf. Jedenfalls neu in der Kirche. Echt?

https://www.evangelisch.de/inhalte/23107...osses-potenzial



Michael


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10.09.2025 16:39
#6 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Ich kann das vollauf bestätigen was Positiv über die NAK schreibt. Ich war bis 2010 Mitglied und Organist
in der NAK. Die Planungen für ein neues Gesangbuch begannen ja schon Ende der 1980er Jahre, und
scheiterten wohl immer wieder am Widerstand einiger Bezirksapostel. Und bis heute trauern ja sehr sehr
viele Mitglieder dem alten Gesangbuch nach! Bei cantus e. v. gab es damals noch ein Forum. Ich erinnere
mich noch sehr gut an die Diskussionen nach Einführung des neuen Gesangbuches. Das führte ja teilweise
dazu das Organisten weiterhin die Orgelsätze aus dem alten Gesangbuch verwendeten!
Man führe sich einfach mal den YouTube Kanal von Stefan von der Grün (Stefan vdg) zu Gemüte.
Er stellt Orgeln aus Kirchen der NAK vor. Mit Liedern aus dem Gesangbuch und der Chormappe.
Vieles davon aus dem alten Gesangbuch, alte Chorlieder die es im neuen Gesangbuch nicht mehr gibt.
Ich dachte eigentlich immer Orgeln stellt man mit Orgelliteratur oder improvisatorisch vor.
Aber es ist halt so, DAS ist die Orgelliteratur der NAK. Und wenn man dann die Kommentare liest:
Man überschlägt sich vor Begeisterung, aber halt nicht über die Orgeln, sondern , man höre und staune,
über die Texte der Lieder. Wenn er das ganze auf einer 50 Jahre alten analogen Ahlbornorgel eingespielt
hätte würde der Großteil der Kommentare auch nicht anders lauten.
Und wie toll er das alles spielt. Es ist doch so wie Du schreibst, das ist doch das mindeste was man von
einem Organisten erwarten kann der Gottesdienste spielt.
Wie wohltuend dagegen der Kanal von Andreas Ostheimer.


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13.09.2025 11:42 (zuletzt bearbeitet: 13.09.2025 11:44)
#7 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Das ganze kann man ja live verfolgen:
https://youtu.be/O1zdBuS57yk
Der Begriff "Herunternudeln" trifft teilweise schon zu.
Habe vorhin mal kurz reingeschaut. Dem Organisten der so gegen 10:45 unterwegs war
scheint wirklich jegliches Gefühl für angemessene Tempi zu fehlen!
Die Tempi sollten doch eigentlich so sein wie in der NAK gesungen wird?


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13.09.2025 12:38
avatar  wohli
#8 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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... man kann auch zurück an den Anfang ... Insbesondere der "Mann in Grün" (Markus Dreja) macht das schon anders ...


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13.09.2025 18:40
#9 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Das habe ich schon viel schlimmer in anderen Kofessionen gehört....

Liebe Grüße vom Clemens

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13.09.2025 20:35
avatar  Sc1978
#10 RE: Gesangbuchmarathon NAK Pforzheim 13.09.2025
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Aber auch schon besser.....

Plz 40591


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