Literatur für den 8. September - Maria Geburt

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03.09.2025 19:42 (zuletzt bearbeitet: 03.09.2025 19:44)
avatar  Orgula
#1 Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Guten Abend, habt Ihr vielleicht ne gute Idee für Kommunion und Auszug - ich hatte an diesem Tag noch nie einen "Einsatz"! :) Oder kann man da ganz "normal" spielen? Herzlichen Dank für Eure Tipps!


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03.09.2025 22:47 (zuletzt bearbeitet: 03.09.2025 22:54)
avatar  Sc1978
#2 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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In meiner ersten Stelle, war eine St.Mariae Geburt (ja, genau so geschrieben) war vom Pfarrer zim Patrozinium immer BWV 733 gewünscht, war wohl ein Liebligsstück von ihm. Musste ich damals kräftig üben.....
Er blieb auch immer bis zum Schluss stehen, bevor er mit den Minis auszog.

Plz 40591


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04.09.2025 11:58
avatar  Axel
#3 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Vermutlich wird es keiner merken...es gibt ja genug marianische Literatur, bei Butz auch im Sammelband. Speziell zu diesem Fest...vielleicht Tournemire, gibt es da etwas?


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04.09.2025 15:31
#4 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Zitat von Axel im Beitrag #3
Vermutlich wird es keiner merken...es gibt ja genug marianische Literatur, bei Butz auch im Sammelband. Speziell zu diesem Fest...vielleicht Tournemire, gibt es da etwas?


Ja, die Nr. 42 aus dem Cyclus "L'Orgue Mystique, für dieses Fest komponiert, siehe
IMSLP
Oder mit bescheidenerem technischen/musikalischen Anspruch die Stücke von Henri Nibelle, z.B. zum Rosenkranzfest dieses in drei Sätzen
IMSLP Seite 17


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06.09.2025 12:04 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2025 15:41)
#5 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Administrator

Habe mir die Nibelli-Stücke angesehen... Ja, leicht zu machen meistenteils.

Aber wer aus der Zuhörerschaft sollte mit diesen Noten etwas Marianisches konnotieren?
Experten hören vielleicht (?) die verarbeiteten Themen heraus - aber auch nur dann, wenn sie zufällig den verarbeiteten Choral kennen, was auch nicht unbedingt der Fall sein muss.
Und normale Gottesdienstteilnehmer? Die hören Orgelmusik ohne für sie erkennbare Bezüge.

Oder geht es um etwas anderes? Soll ein stimmiges Programm erstellt werden, das zumindest den Ersteller dahingehend befriedigt, dass es rundherum auf das Fest abgestimmt ist - auch wenn das niemand weiß außer er selbst?

Maria Geburt ist ja im Reigen der katholischen Marienfeste ein besonders "liebliches", wo die Orgel die Freude über die Geburt Marias in wohlklingenden Harmonien ausdrücken darf. Nibelles modales Themengeschiebe löst bei mir jedenfalls keinerlei Festfreude aus...

Ohne dass es marianische Bezüge hätte, würde ich wahrscheinlich zu etwas Freudigem greifen, etwa Johann Speths Toccata Sexta oder sechtes musikalisches Blumenfeld. Das im Namen genannte Blumenmotiv arrangiert sich ganz vortrefflich mit dem Thema Maria...


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06.09.2025 20:02
#6 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Das tangiert ja eine grundsätzliche Frage: Lohnt sich der Aufwand, passende Stücke herauszusuchen und zu üben, wenn der Zusammenhang fast völlig verborgen bleibt für die Zuhörer (wenn nicht Prä-/Postludium angesagt oder anderweitig bekanntgegeben werden)? Das dürfte auch für viele Choralvorspiele von Bach, Karg-Elert, ... zutreffen.

Ich selber bin der Meinung, dass es lohnt. Ja, auch für einen selber. Ein christlicher Mensch würde vielleicht argumentieren, dass "Er" es hört.


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06.09.2025 20:21 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2025 20:28)
#7 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Administrator

Ein wenig kenne ich diese liebenswerte Akribie.
Nicht beim Aussuchen von passender Orgelliteratur, aber beim Erstellen von Liedplänen trachte ich, sie so gut wie möglich auf Tag und Anlass abzustimmen. Oft finden kleinste Details aus den Perikopen und den liturgischen Gebeten ihren Widerhall in den Liedern und Gesängen, die ich aussuche. Insgeheim hoffe ich natürlich, dass diese Bezüge von einigen oder im Idealfall gar von vielen erkannt werden und die detailreiche Planung geschätzt und als Vertiefung der Feier verstanden wird. Da es sich immerhin um gesungene Texte handelt, stehen die Chancen dazu vielleicht gar nicht so schlecht. Lesen können die meisten.

Aber bei Musik? Noch dazu bei Themen aus einem selten oder nie gehörten Choral aus dem schier unendlich scheinenden Fundus von Chorälen? Wer wäre in der Lage, solche für moderne Ohren sowieso schwierige Melodien nicht nur zu erkennen, sondern auch noch deren liturgische Herkunft bestimmen zu können? Ich spreche hier nicht von gewissen Schlagern aus dieser Sparte, etwa dem Anfang des Gloria aus der Missa de angelis, sondern von Propriumsgesängen oder anderen sonst nie gehörten Melodien.
Das ist ja doch ein völlig anderes Level als das Erkennen von Textähnlichkeiten zwischen Lied und Evangelium...


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07.09.2025 12:20
avatar  pvh
#8 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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pvh

Hallo,

ich versuche das so:

Für die Liedpläne suche ich, ähnlich wie oben beschrieben, für die Sonn- und Feiertagsgottesdienste Choräle heraus, die zu den Texten (Eingangsvers, Lesungen, Kommunionvers) passen. Ich denke, dass sich damit im Laufe der Zeit ein ganz guter Liedplan entwickeln kann. Zusätzlich berücksichtige ich Herren-, Marien- und Heiligenfeste, oft als Schlusslied, um auf Feste oder Gedenktage der kommenden Woche hinzuweisen. Etwas Mühe macht dabei Niels Stensen, der bei uns doch viel verehrt wird, dessen Gedenktag aber der 25.11. ist, was stets mit Christkönig oder dem 1. Advent kollidiert.

Aber es ging ja mehr um die freie Musik. Hier wähle ich die Stücke vor dem Gottesdienst, zur Kommunion und das Nachspiel so, dass in etwa den Charakter der Liturgie oder der Jahreszeit trifft. Das ist ja nicht so schwer. Vor dem Gottesdienst spiele ich gerne einmal ein Carillon, da unsere Kirche keine Glocken hat (gestern etwa die "Glocken von Radegone (klick)" von Andreas Willscher). An Marienfesten spiele daher gerne etwas marienbezogenes, auch wenn das keiner der Gottesdienstbesucher erkennt. Wir hatten einen kirchenmusikalisch beschlagenen Pastor, der zunächst Kirchenmusik studiert hatte und von dem dann regelmäßig Rückmeldung kam, aber der ist leider verstorben.

Es ist schon so, wie oben beschrieben: Ein barockes Choralvorspiel etwa, bei dem die Melodie gedehnt im Pedal erscheint, wird von fast keinem Gottesdienstbesucher erkannt. Manchmal fragt der eine oder andere, was das war, dann erkläre ich das natürlich. Gerade vor dem Gottesdienst spiele ich aber gerne so jahreszeitlich oder sonst passende Dinge wie Sonnenblumenfeld, Regen, Schnee oder Eisblumen, im Sommer am Ende der Ferien die Variationen über "Geh' aus mein Herz" von Andreas Willscher, aber auch mal Variationen über "Der Mond ist aufgegangen" (klick) (Willscher) im Winter vor der Vorabendmesse. Letzteres wird natürlich erkannt, das meiste erschließt sich der überwiegenden Zahl der Leute natürlich nicht so einfach. Ich mache es einfach, weil es passt und in meinen Augen sinnvoll ist.

Womit ich bei Marienfesten schon großen Resonanz erhielt, waren die "Variazioni brillanti sull’Ave Maria di Lourdes" (klick) von Carlotta Ferrari. Ich habe das einmal im Urlaub auf einer einmanualigen Dorforgel im Allgäu gespielt, da haben die Leute anfangs angefangen mitzusingen ;-) Auch von einem polnischen Kaplan, dem ansonsten die Kirchenmusik herzlich egal war, habe ich begeisterte Rückmeldung erhalten: er kam nach dem Auszug aus der Sakristei zurück, hörte sich das Stück bis zum Ende an und meinte, schöner könne es in die Kathedrale von Lourdes auch nicht klingen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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08.09.2025 11:20
#9 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Zitat von kargelertfan im Beitrag #4
Zitat von Axel im Beitrag #3
Vermutlich wird es keiner merken...es gibt ja genug marianische Literatur, bei Butz auch im Sammelband. Speziell zu diesem Fest...vielleicht Tournemire, gibt es da etwas?


Ja, die Nr. 42 aus dem Cyclus "L'Orgue Mystique, für dieses Fest komponiert, siehe
IMSLP
Oder mit bescheidenerem technischen/musikalischen Anspruch die Stücke von Henri Nibelle, z.B. zum Rosenkranzfest dieses in drei Sätzen
IMSLP Seite 17


Es gibt auf Youtube eine neuere Gesamteinspielung des cyclus Nr. 42 von Tournemire.


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08.09.2025 11:26
#10 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Zitat von Gemshorn im Beitrag #7
Ein wenig kenne ich diese liebenswerte Akribie.

Aber bei Musik? Noch dazu bei Themen aus einem selten oder nie gehörten Choral aus dem schier unendlich scheinenden Fundus von Chorälen? Wer wäre in der Lage, solche für moderne Ohren sowieso schwierige Melodien nicht nur zu erkennen, sondern auch noch deren liturgische Herkunft bestimmen zu können? Ich spreche hier nicht von gewissen Schlagern aus dieser Sparte, etwa dem Anfang des Gloria aus der Missa de angelis, sondern von Propriumsgesängen oder anderen sonst nie gehörten Melodien.
Das ist ja doch ein völlig anderes Level als das Erkennen von Textähnlichkeiten zwischen Lied und Evangelium...


Wenn das stimmen würde, was Du hier zum Besten gibst, könnte man einen Großteil der überlieferten Bearbeitungen von Chorälen aus der Verwendung im liturgischen Rahmen eliminieren.


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08.09.2025 12:26 (zuletzt bearbeitet: 08.09.2025 12:46)
#11 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Administrator

Verwenden kann man sie.
Dass es aber nicht so ist, wie ich skizzierte, sehe ich aus deinem Gegen"argument" bisher nicht.


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08.09.2025 14:29 (zuletzt bearbeitet: 08.09.2025 14:36)
avatar  Regal
#12 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Dass die gregorianischen Proprien keiner kennt ist meiner Meinung nach nicht verwunderlich aus folgenden Gründen:

1. Sie wurden für die überlieferte Messe im tridentinischen Ritus geschrieben - die Neue Messe sieht in der Regel ganz andere Propriumstexte vor.
Man vergleiche mal den Eröffnungsvers für Maria Geburt der neuen Messe:
https://schott.erzabtei-beuron.de/propri...=2025-09-08&r=1

mit dem Introitus der "Alten Messe":
https://www.mariawalder-messbuch.de/as62/sep/sep8/node3.html

2. Das gregorianische Proprium ist z.T. ziemlich schwer zu singen, weswegen auch vor der Liturgiereform in den deutschsprachigen Ländern die sogenannte "Betsingmesse" der übliche Standard war.


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09.09.2025 08:37
avatar  Guilain
#13 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Die Eröffnungsverse des Messbuchs sind Sprech-Texte - für den Fall, dass nicht gesungen wird. Natürlich kann man sie als Anregung für entsprechende Gesänge verwenden.
Das traditionelle gregorianische Repertoire wurde durch den "Ordo cantus Missae" (²1988) neu geordnet. Dieses Verzeichnis lässt sich u. a. hier herunterladen: https://archive.org/details/OCMissae.


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09.09.2025 10:45 (zuletzt bearbeitet: 09.09.2025 10:47)
#14 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Zitat von Guilain im Beitrag #13
Die Eröffnungsverse des Messbuchs sind Sprech-Texte - für den Fall, dass nicht gesungen wird. Natürlich kann man sie als Anregung für entsprechende Gesänge verwenden.
Das traditionelle gregorianische Repertoire wurde durch den "Ordo cantus Missae" (²1988) neu geordnet. Dieses Verzeichnis lässt sich u. a. hier herunterladen: https://archive.org/details/OCMissae.


Die wichtigsten Texte in deutscher Übersetzung findet man hier: Dokumente zu Messfeier - Deutsche Liturgisches Institut Trier

wer sich im einzelnen über die Texte des Graduale Romanum nach derzeitigem Stand informieren will, findet die Texte des Propriums in der Lateinisch-Deutschen Textausgabe des Graduale Romanum, herausgegeben von der Abtei Gerleve 2009
Darin enthalten ist auch das mit Noten versehene Kyriale (sämtliche Choralmessen).
https://www.klosterkunst.de/Graduale-Romanum-10214


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09.09.2025 15:52 (zuletzt bearbeitet: 09.09.2025 15:55)
avatar  Guilain
#15 RE: Literatur für den 8. September - Maria Geburt
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Es gibt auch ein "Graduale simplex" (²1975). Hier herunterladbar: https://www.chantcafe.com/2013/03/graduale-simplex-online/
In der Einleitung wird dazu gesagt: Es handelt sich weder um verstümmelte Melodien des Graduale Romanum noch um neugregorianische Stücke (vgl. Nr. 6) , vielmehr "wurden Originalmelodien [...] aus dem Bestand des gregorianischen Gesangs ausgewählt, teils aus den bereits vorliegenden authentischen Ausgaben, teils aus handschriftlichen Quellen sowohl des Römischen Ritus als auch anderer lateinischer Riten" (Nr. 7) .
Für die Sonntage gibt es z. T. Commune-Formulare; Herrenfeste und andere Hochfeste (auch Mariä Geburt) haben eigene Gesänge.


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