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Eigene Dispositionen
#46 RE: Was hält die Gemeinde von folgender Disposition?
Zitat von clemens-cgn im Beitrag #42
Dann nenn doch bitte Roß und Reiter. Welche Orgel? Wann und wo von wem gebaut? Und wer bitte war Lehrer in dieser Orgelklasse der Westschweiz. Vielen Dank.
Ross: Die beiden Orgeln sind in der Innerschweiz, ebenso die Orgelklasse. Es handelte sich um diverse Orgelschüler des Organisten Sieber an der Hofkirche Luzern. Das abschreckende Beispiel war Orgelbau Genf in den 60er-Jahren. Seit den 70ern begann Sieber, den Schülern solche Aufgaben zu stellen, manchmal waren Stilvorgaben vorhanden, manchmal Gegebenheiten (eben wie z. B. ein Rückpositiv ohne 8 Fuss) und regelmässig eine Registerzahl. Da ab 1990 die grosse Zeit der elektronischen Übungsorgeln klassischen Stils begann, wurde bei der Aufgabenstellung auch vermehrt mit elektronischen Sakralorgeln gerechnet.
Reiter: Die beiden Orgeln sind von Füglister (Grimisuat VS) in Riemenstalden 1987 und vom „kleinen“ Hauser (Kaltbrunn SG) in Altdorf UR 1988 erbaut worden. Die Disposition Füglisters ist evtl. von einem Schüler Siebers mit beeinflusst worden, da sie wortwörtlich auf einem Notizblatt auftauchte; die andere (15 Register) wurde von Hauser in Zusammenarbeit mit Organisten vor Ort erstellt, welche mit einem Schüler der Orgelklasse zusammenarbeiteten.
#48 RE: Was hält die Gemeinde von folgender Disposition?
Zitat von clemens-cgn im Beitrag #46
Es lag mir fern, jemanden zu beleidigen.
Das ist doch schön, aber darum ging es mir gar nicht. Mein Anliegen war lediglich, mich für einen etwas weniger ruppigen Umgangston einzusetzen. Wenn das nicht nachvollziehbar ist, dann lassen wir es doch einfach gut sein.
Beste Grüße und allseits einen guten Start in die Woche
Stephan
#49 RE: Was hält die Gemeinde von folgender Disposition?
Ped.:
Subbass 16
Octav 8 (Bauart Holzprincipal)
Trompete 8 -----------------------> Fagott 16 oder, wenn jemand gerne CF spielt, Choralbaß 4. Eine Verdoppelung durch die Oboe 8 würde ich vermeiden.
Principal 8
Spitzflöte 8
Octav 4
Sesquialtera ----> einzeln schaltbar machen, dann ist es ein großer Mehrgewinn
Superoctav 2
Mixtur
Bleigedackt 8 (gibt für ein Einzelregister ein klares, weiches Fundament)
Rohrflöte 4
Principal 2
Larigot 4/3
Octav 1 (sic)
Oboe 8 ----------> Geigenprinzipal 8, das solistisch durchaus eine Oboe imitieren kann.
Das Konzept scheint ja klanglich aufgegangen zu sein. Ich kenne auch das Gegenstück, in dem ein zu schwaches Gedeckt 8 und eine schwache Rohrflöte 8 eine Krone von 2 2/3, 2, 1 und Cymbel 1/2 fundieren soll... aber vergebens. Bei einer zweiten Orgel trägt ein kräftiges Lieblich Gedackt, während vor allem das Prinzipal 4 sich als fundamendzeichnend erweist.
Bleigedackt 8
Prinzipal 4 (oder Fugara 4) --> stärken mit den Obertönen den 2-Fuß
Rohrflöte 4
Waldflöte 2
Larigot 1 1/3
Oboe 8 -----> oder stattdessen auch eine schöne Viola di Gamba mit feinem Strich, die mit Bleigedackt ebenfalls in Richtung Oboe geht oder als einzelnes eben auch ruhiges Register dient. Wird aber dem neobarocken Grundgedanken der Disposition nicht so gerecht werden? Wenn es lieblicher sein darf, würde ich auch die Spitzflöte gegen eine Hohlflöte austauschen, die ein bißchen mehr Strich hat.
Der Neobarock ist für mich wie ein trockener Weißwein. Ich ziehe da den herben Rotwein des Barock und den lieblichen Rotwein der Romantik vor.
Seit kurzer Zeit arbeite ich hin und wieder auch an zwei Orgeln, deren Konzeption keinen 2-Fuß vorgesehen hat und auch keine Aliquoten vorhanden sind. Dementsprechend gilt es mit den Superkoppeln zu arbeiten, womit ich aber nicht glücklich bin. Bisher konnte ich die Orgeln auch noch nicht im Raum abhören, um die Zeichnungsfähigkeit der 4-Füßer und die Kraft des jeweiligen Schwellwerkes abschätzen zu können. Dennoch sind mir solche Orgeln lieber als kleine Orgeln, die einen mageren Gedeckt als einzigen 8-Fuß haben und einem die 4-Fach-Mixtur direkt in die Ohren bläst.
#50 RE: Was hält die Gemeinde von folgender Disposition?
@Ippenstein So macht der Dialog Sinn!
Besten Dank!
Die 15er Orgel hat sich in der Praxis recht bewährt, trotzdem sind sämtliche Ihrer Varianten bedenkenswert und sinnvoll.
- Da sie in einem sehr kleinen Raum steht, ist das Hans Klotz‘sche Fagott 16 für diese Verhältnisse kein Muss, ich würde es aber theoretisch ebenfalls vorschlagen.
- Das Bleigedackt besteht interessanterweise tatsächlich den Test. Während ich sonst stur für Suavial oder Echoprincipal boxe, ist es in diesem Fall genügend, besonders weil
- die Disposition von denen, die sie konzipierten, tatsächlich explizit neobarock gedacht war, wie Sie genau festgestellt haben.
- Ein Principal 4 neben der Rohrflöte wäre durchaus logisch.
- Andererseits, und dies ist vielleicht mein einziges verbleibendes Fragezeichen, sollte jede Orgel auch noch mal ihr originelles Extra haben, und da scheint mir diese kleine Octav 1 durchaus sowas in der Richtung zu sein. Sie hat dem Plenum des Hauptwerks einen klaren Kontrapunkt gegeben.
- Die Sache mit der Oboe ist hingegen wieder ein wertvoller Vorschlag. Wegen der Kleinheit des Raumes hatte ich auch an eine kurzbechrige Zunge gedacht, Krummhorn oder so, die verstimmen sich aber leider zu leicht. Also wäre etwas Labiales durchaus auch im Bereich des Möglichen. Wobei Sie und ich eben wohl etwas weniger stur neobarock sind als man in dem Moment war.
#52 RE: Was hält die Gemeinde von folgender Disposition?
Natürlich sollte jede Orgel ihre persönliche Note haben. Ich finde Einheitsdispositionen sehr langweilig.
Meine persönliche Meinung zu Dispositionen allgemein: Je kleiner die Orgel, um so mehr muß sie dem Gottesdienst und Gemeindegesang entgegenkommen statt konzertfähig zu sein.
Zur Rohrflöte: Wichtig ist für mich, daß der Grundton, auf den alles aufbaut, tragfähig ist (in dem Fall das Bleigedackt). Wenn er selbst nicht zeichnet, muß das nächsthöhere Register diese Aufgabe übernehmen. Das kann dann ein Prinzipal 4 noch recht gut, eine Rohrflöte 4 auch, wenn sie kräftig genug ist und zeichnet. Wenn aber 8- und 4-Fuß nicht die Charakteristik bestimmen, geht die Klang-Pyramide erst beim 2-Fuß los, der aber in meinen Ohren schon weitaus weniger differenziert zu hören ist - das Fundament fehlt halt dann... Wenn ich wieder Zeit habe, kann ich dazu gerne mal an einer Orgel Aufnahmen machen, bei der diese Konstellation ist, daß 8- und 4-Fuß mager sind und ab 2-Fuß aufwärts überbetont ist, dazu das Gegenstück einer anderen Orgel, bei der der Klangaufbau für meine Ohren gelungen ist.
Die Oktave 1 ist ein guter Mixturersatz fürs 2. Manual. Wenn man sich einengen muß, welches Register will man dann noch weglassen? Das Larigot 1 1/3 ist ja doch eine wertvolle Aliquote, die mit einem ausbalancierten 2 Fuß einen tieferen Mixturersatz bieten kann, freilich mit dem 1 Fuß zusammen dann Ersatz für eine 3-fach Mixtur, was ich persönlich für einen guten Kompromiß erachte, da man viel mehr Einsatzmöglichkeiten der Einzelregister hat. (Je kleiner die Orgel, um so mehr Kompromisse muß man sowieso eingehen)
Viele Grüße
Ippenstein
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