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RE: micha
Zitat von micha
[...] Physis Editor. Er ist nötig, um ein wirkliches custom design zu ermöglichen. Ohne ihn gelangte ich nicht zu der (nord)deutsch-barocken Disposition, wie ich sie mir wünschte. Eine deutsch-romantische Disposition wäre schlichtweg unmöglich zu erreichen.
Diese Mitteilung wirft mich - ehrlich gesagt - ziemlich um, weil sie einen echten Knüller darstellt, von dem vielleicht noch nicht einmal die Händler Kenntnis gehabt haben.
Mein erster Kontakt zur Unico (das war eine 400) geschah, als sie noch ganz warm auf dem Markt war.
Alles, wirklich alles Sicht- und Anfaßbare an ihr hatte mir aus spieltechnischem und ergonomischem Aspekt gut gefallen. Bei weitem unerfüllte Ansprüche an Klang und Authentizitaet vermiesten mir allerdings fundamental und blitzartig die Laune.
Was Micha jetzt von den offensichtlich riesigen Möglichkeiten des Physis-Editors berichtet, stimmt einerseits über die Maßen optimistisch und spricht wieder für die Physis-Technologie. Andererseits fasse ich mir an den Kopf: Verpaßte Chancen, und die Entdeckung dieser Chancen durch den Kunden nur mittels einer exorbitant teuren Software.
Jetzt bekomme ich unbändige Lust, eine norddeutsch-barocke UNICO zu hören.
Micha, spiel uns auf!
... auch für Deinen Mut und Deine Ausdauer.
Es würde sicher Tage beanspruchen, um eine Unico klanglich einer Schnitger Orgel anzunähern. Ist dies das Ziel, so ist eine Hauptwerkinstallation unübertroffen. Ich sprach vorhin von der Notwendigkeit des Editors, um nur bereits die fundamentale Disposition zu ändern. Ein konkretes Beispiel: Der Editor ist nötig, um das Kornett im Hauptwerk im norddeutschen Sinne durch eine zweite Mixtur ersetzen zu können.
Wer das Positiv der Unico 400 anschaut, sieht sofort, dass auch zahlreiche Alternativstimmen (der gleichen Fusstonlage) keine „Romantik“ nach Sauer oder Walcker aufkommen lassen, da hierzu mittels des Editors die meisten 2 Fuss, 1 Fuss, Aliquot und Zungenregister durch 8 Fuss Labiale ersetzt werden müssten. Um die Unico also als voll intonierbar zu bezeichnen (und dazu gehört meiner Meinung nach auch disponierbar, wird die Registerbibliothek doch intensiv beworben), so ist der Editor unabdingbar und sollte kostenlos mitausgeliefert werden.
Fairerweise besteht dieselbe Problematik aber vermutlich bei allen Herstellern. Johannus‘ stolze Präsentation der vier „Intonatie“ setzt bei „Romantisch“ auf die Wippe des 1 Fuss Registers womöglich ebenfalls ein 1 Fuss Register oder ähnlich hohes Register und nicht ein zusätzlich es 8 Fuss Register.
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