Bitte geben Sie einen Grund für die Verwarnung an
Der Grund erscheint unter dem Beitrag.Bei einer weiteren Verwarnung wird das Mitglied automatisch gesperrt.
Klimafitte Pfeifenorgeln
Im diesjährigen 'Rekordsommer' waren nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch die Pfeifenorgeln Belastungen ausgesetzt: Mechanik und holzgefertigte Einzelteile von Orgeln verzogen sich in der Trockenheit. Die Schwarzacher Orgelbaufirma Rieger baut 'klimafitte' Instrumente.
Dazu ein interessanter Artikel auf ORF.at: Vorarlberger bauen klimafitte Orgeln
Zitat
Beim Dauerreizthema „Digitalorgel als Alternative“ blieb der Profi aber gelassen. Orgeln aus dem 17. Jahrhundert könne man noch immer tadellos reparieren. „Eine elektronische Orgel dagegen hält keine 50 Jahre.“ Er selbst hatte schon die Erfahrung machen müssen, dass Ersatzteile relativ rasch nach der Fertigung nicht mehr vorhanden waren.
Nun, so eine Digitalorgel war bisher aufgrund der technischen Entwicklung ohnehin nach spätestens 10 Jahren veraltet - insofern muss sie gar nicht so lang halten. Meine Johannus Studio 2 von 2008 geht immer noch, auch wenn ich sie nur noch als Haupwerkspieltisch nutze.
#3 RE: Klimafitte Pfeifenorgeln
Zum Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jhdts wurden für die Kolonien und den Export sogenannte "tropenfeste" Instrumente gebaut, die nicht nur die klimatisch heftigen Bedingungen, sondern auch Schädlingsbefall standhielten. Bei Elt/Digitalorgeln sind die Dereux (wenn man den Treibriemen gepflegt hat), Hammond T 100 Ölpflege vorausgesetzt, Vierling, Ahlborn/Lipp in der Röhrenvariante durchaus die 50 zu überschreiten in der Lage.
#4 RE: Klimafitte Pfeifenorgeln
Auffällig finde ich, dass der Artikel von Hitze spricht, die Beispiele aber alle von Feuchte handeln – bis hin zu Köglers skandinavischen Kirchen im Winter.
Die Ursache ist also weniger die Hitze als die trockene Luft:
dasselbe Problem, das man sonst aus der Heizperiode kennt, nur diesmal im Sommer.
Ich habe dieses Jahr im August auch zum ersten Mal einen Totalausfall der Orgel unserer Gemeinde erlitten. Unsere Orgel ist komplett pneumatisch.
Es war schon immer so, dass im Sommer mal einzelne Register ausgefallen sind, weil irgendwelche Dichtungen ob der Trockenheit nicht mehr ganz dicht waren und dann die Töne dann schon los pfiffen, ohne eine Taste zu drücken. Manchmal lässt sich das auch durch "einspielen" beheben, wenn irgendwas plötzlich wieder anders schließt als vorher. In der Regel sind auch weniger die Prinzipale betroffen gewesen, sodass zumindest immer eine Gemeindebegleitung noch möglich war.
Nicht so diesen Sommer... wirklich jedes Register pfiff nur noch. Das Instrument war nicht mehr spielbar. Kein "einspielen" möglich. So hab ich das noch nicht erlebt. Ich bin nur froh, dass ich aus Zufall mal drei Tage vor dem Gottesdienst bisschen auf dem Instrument üben wollte und schon gemerkt habe, dass es nicht geht. Das ganze war noch pünktlich zu unserem Patrozinium (Mariä Himmelfahrts Kirche), zudem ich eigentlich immer bisschen was aufwändigeres vorbereite. Gott sei Dank konnte ich dann spontan unsere "Singgruppe" aktivieren, die dann mit Gitarren- und Klavierbegleitung den Gottesdienst gestalten konnten. Mein Cantorum Trio wollte ich trotz, dass es ein "Keyboard" ist, nicht extra da hin karren.
Eine Woche später hat es bisschen abgekühlt und es gab wieder bisschen Wasser in der Luft. Bisschen was pfiff immer noch, aber die Dame war grundsätzlich wieder spielbar. Mittlerweile geht alles wieder, wie jedes Jahr.
Long Story short: Einen Totalausfall hatte ich noch nie und frage mich ernsthaft, ob mir das jetzt regelmäßig im Sommer passiert...
#6 RE: Klimafitte Pfeifenorgeln
Ein kleiner praktischer Hinweis, @Joni aus eigener Erfahrung mit unseren pneumatischen Orgeln im Kirchenamtskreis:
Wenn in trockenen oder zu feuchten Phasen einzelne Töne pfeifen, lag es bei uns meist an den Relais. Ich habe dem Orgelbauer dabei zugeschaut: Oft genügt schon eine winzige Korrektur an der Stellschraube des betreffenden Relais, und das Pfeifen hört auf.
Seither mache ich das bei unserer Orgel und entsprechenden selbst. Wichtig ist natürlich, die Ausgangsstellung zu markieren und wirklich nur minimal zu verändern – und bei wieder veränderter Luftfeuchte darauf zu achten, ob die Einstellung zurückgenommen werden muss.
Pneumatische Orgeln sind allerdings sehr unterschiedlich gebaut. Ich würde mir deshalb beim eigenen Instrument einmal vom Orgelbauer zeigen lassen, ob und wo so etwas möglich ist. Bei einzelnen „Sommerheulern“ kann das manche kostspielige Anfahrt ersparen – zumal ein Termin oft nicht kurzfristig möglich ist.
Inzwischen werde ich vor Auftritten des Kirchenchors gerufen. 😉
@Soli Deo gloria, was genau tut denn ein Relais im pneumatischen Sinne? Mir sagt das garnichts... da hab ich wohl beim Kapitel Orgelbau im D-Kurs nicht aufgepasst.
@Gemshorn, ich glaube auch nicht, dass das den Aufwand lohnt, wissbegierig bin ich aber trotzdem.
Den Orgelbauer muss ich eh zum Stimmen bestellen. Vll. kann er mir das mal zeigen, sofern es das bei uns gibt.
Viele Grüße
#10 RE: Klimafitte Pfeifenorgeln
Jetzt anmelden!
Jetzt registrieren!



