Schulze Orgel Markneukirchen

16.09.2026 17:40 (zuletzt bearbeitet: 16.09.2026 17:42)
#1 Schulze Orgel Markneukirchen
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In einem anderen Faden hatte ich ja die Bärmig Orgel aus Schöneck von 1859 verlinkt, die eine Übergangsorgel vom Barock in die Romantik ist, also noch mit Schleifladen und klassischem Registeraufbau, aber auch schon mit Streichern, die der Orgel die Färbung geben. https://orgel-information.de/Orgeln/s/sa...d_st_georg.html (In Sachsen und im Vogtland blieb man doch recht lange dem traditionellen Orgelbau treu).

Ein Ort weiter steht die große Schulze-Orgel https://www.orgelforum-sachsen.de/markne...chen-st-nikolai von 1848, die als wegweisend für die Frühromantik im Orgelbau gilt. Friedrich Schulze verfasste mehrere Traktate zum Orgelbau, die für mich leider nicht einfach einsehbar sind.

Meine Frage nun, wenn ich die beiden Dispositionen gegenüberstelle: Was hat sich Schulze dabei gedacht, eine solche Orgel zu konzipieren? Es ist keine Terz vorhanden, ebenso kein Kornett. Die Orgel ist sehr grundtönig, baut in beiden Manualen gedanklich auf der 16er Basis auf, zusätzlich gibt es einen Bordun 32 ab g im Manual, und in beiden Manualen sind 2 2/3 und 2 Fuß gekoppelt. Ja, schöne thüringische Flöten hat sie und die Streicher sind auch entzückend, wobei ich mir die Frage stelle, ob Schubert beim Erneuern dieser diese nicht etwas romantischer als die Ausgangslage gestaltet hat...
Sollte es ein wagemutiger Bruch mit dem Bisherigen sein, um neue Musik zu schaffen? Ich möchte einfach seine Gedankengänge nachvollziehen können, die ihn bewegt haben, eine solche Disposition zu schaffen. Wollte er bewusst anders sein als z.B. Walcker, der in dieser Zeit bereits mit der Kegellade arbeitete?

Meine Fragen sind auch hinsichtlich der Nutzbarkeit im gottesdienstlichen Rahmen. Ok... früher war die Hütte voll, heute badet man dafür im Klang, wenn man unten steht und von oben die Orgel erklingt. Aber die Trennung von 2 2/3 und 2-Fuß wären doch eindeutig besser gewesen... Ja, ich kann den 16-Fuß ziehen und eine Oktave höher spielen und mir so 8+4+2 herbeizaubern (hat auch keiner gemerkt)... aber hm..... ich will den Schulze einfach verstehen!

Viele Grüße

Ippenstein


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17.09.2026 09:21
#2 RE: Schulze Orgel Markneukirchen
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Hallo Andreas,

vielleicht ist das eine konsequente frühromantische Klangidee: viel Fundament, viele verschiedenartige 8′-Farben – und die höheren Stimmen eher zur Verstärkung des Gesamtklangs als als eigenständige Farben?

Herzliche Grüße


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17.09.2026 15:53
#3 RE: Schulze Orgel Markneukirchen
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Auch Furtwängler und Hammer haben 2 2/3´und 2´gerne auf einen Stock kombiniert.

Liebe Grüße vom Clemens

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17.09.2026 18:07 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2026 18:08)
#4 RE: Schulze Orgel Markneukirchen
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Administrator

Rauschquinten waren im romantischen Orgelbau doch überhaupt nichts Außergewöhnliches. Die Pfeifenorgel in der von mir bedienten Kirche (Rieger/Jägerndorf) besitzt auch eine...
Zugestanden: Auch ich hätte mich über die getrennte Nutzbarkeit öfter gefreut.


Content Cambiare Suite III mit Sweelinq

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17.09.2026 19:51
#5 RE: Schulze Orgel Markneukirchen
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Damit habe ich ja kein Problem, wenn es sich um eine handelt und im anderen Manual noch ein 2-Fuß Tirili singt...
Hier habe ich sogar im selben Manual beides...
https://organindex.de/index.php?title=Ba..._St._Trinitatis


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