Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück

08.09.2026 19:36
#1 Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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https://m.youtube.com/watch?v=t3oV0zte7z...2dWpnNnZFWl8%3D

Was macht ein Instrument dieser Größe mit einem einfach spielbaren Stück eines Freundes?

Ich höre da etwas, das ich bei kleineren Instrumenten so nicht bekomme – würde aber gern wissen, ob andere das ähnlich hören.


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08.09.2026 20:25 (zuletzt bearbeitet: 08.09.2026 22:25)
avatar  SJL
#2 RE: Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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SJL

Bin nicht ganz sicher, worauf du hinauswillst, aber - auf einer der krassesten Orgeln hierzulande - in dieser tollen Akustik - da klingt selbst eine einfache Kadenz schon erhebend...


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10.09.2026 19:37
#3 RE: Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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Danke fürs Hinhören. „Selbst eine einfache Kadenz“ trifft einen Teil davon ziemlich gut.

Mich interessiert gerade das Zusammenspiel: Die „Miniatures“ sind einfach spielbar und haben für mich schon etwas Eigenes – und dann kommt dieses Instrument dazu.

Bei dieser Orgel passiert für mich etwas Besonderes.

Was hört ihr da?


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10.09.2026 20:07
avatar  SJL
#4 RE: Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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SJL

Zitat von Soli Deo gloria im Beitrag #3

Was hört ihr da?


Vielleicht musst du uns etwas mehr Kontext geben, sonst verstehe zumindest ich die Zielrichtung der Frage nicht.


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11.09.2026 17:14
#5 RE: Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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Gerne, @SJL. Ich versuche es:

Was ich dabei zuerst höre, ist eine ungeheure Größe. Und je länger ich hinhöre, desto weniger scheint sie von dort zu kommen, wo ich sie früher vermutet hatte.

Nicht aus der Länge des Nachhalls. Auch nicht nur aus der außergewöhnlichen klanglichen Breite und Farbigkeit im 8 Fuß-Bereich.

Die Orgel als Klangquelle ist selbst ein Ungetüm: Das Gehäuse ist etwa 14 Meter hoch, 9 Meter breit und ungewöhnliche 10 Meter (!) tief.
Das ist kein Prospekt an der Wand. Das ist eher ein stattliches mehrstöckiges Haus, das man auf die Empore gebaut hat.

Die Töne kommen also nicht mehr oder weniger gleichzeitig aus einem kleinen Bereich. Sie entstehen in einem voluminösen, tiefen Raum, in dem man selbst spazieren gehen könnte – mit entsprechend unterschiedlichen Wegen bis zum Hörer.

Und dann kommt der Kirchenraum dazu. Fast im selben Moment wird dieses Haus für mein Ohr noch einmal erstaunlich größer – nach oben, zur Seite, nach hinten. Nicht als getrennter 2. Klang nach dem Anspringen der Pfeifen, sondern als zusätzliche Weite, die zum ersten Klang dazu gehört.

Am deutlichsten merke ich das in den kurzen Spielpausen. Da hört der gespielte Ton auf, der Klang ist trotzdem noch da – und scheint sich sogar noch einmal auszudehnen und regelrecht aufzublühen.

Hört ihr das ähnlich – oder anders?

img_1_1789139338449.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)


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12.09.2026 14:46
avatar  pvh
#6 RE: Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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pvh

Hallo,

hm, das was aus den Lautsprechern meines Notebooks kommt, empfinde ich nicht so. Ich höre halt ein Orgelstück, das mir gefällt.

Nun kenne ich weder die Basilica von Kevelaer, noch die Orgel dort. Könnte es sein, dass Erinnerungen bzw. Erfahrungen dort im Raum den Höreindruck auch dieses Videos mit beeinflussen? Gerade für den empfundenen emotionalen Gehalt von Musikstücken dürfte das, was bei uns vor allem im "Hot-Memory" (Rolle der Amygdala!) abgespeichert ist, ja eine große Rolle spielen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


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20.09.2026 10:47 (zuletzt bearbeitet: 20.09.2026 10:54)
#7 RE: Kevelaer – eine große Orgel und ein kleines Stück
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Hallo Christoph,

das wäre grundsätzlich eine naheliegende Erklärung. Bei meinem 1. Eindruck kann dieser spezielle Erwartungseffekt allerdings kaum eine Rolle gespielt haben: Ich wusste weder, welche Orgel ich hörte, noch kannte ich die Basilika oder das Stück. Ich habe die Aufnahme im Urlaub etwa 15mal über die Lautsprecher meines Handys gehört, bevor ich überhaupt nachgesehen habe – und dann entdeckt, dass es die große Seifert in Kevelaer ist.

Damit ist für mich aber eigentlich nur eines geklärt: Der erste Eindruck von Größe kam nicht daher, dass ich vorher wusste, dass dort eine riesige Orgel in einer riesigen Basilika steht.

Was ihn stattdessen hervorgerufen hat, weiß ich damit noch lange nicht. Genau da war ich mit den frühen Reflexionen vielleicht zu schnell – nicht unbedingt mit der Beobachtung, wohl aber damit, sie schon erklärt zu haben. Ansprache, Registrierung, Artikulation, spektrale Verläufe und die konkrete Aufnahmesituation können ebenso beteiligt sein – wahrscheinlich ohnehin eine Mischung daraus.

Gerade das macht die Aufnahme für mich inzwischen noch in anderer Weise interessanter: Welche Merkmale einer solchen Aufnahme bleiben so robust erhalten, dass sie selbst unter bescheidenen Wiedergabebedingungen noch diesen Eindruck von Größe hervorrufen?

Und natürlich möchte ich die Orgel jetzt unbedingt live kennenlernen.
Eine schöne Gelegenheit ist am 30. Oktober: Wolfgang Seifen improvisiert in der Basilika zum Stummfilm „Nathan der Weise“.
Da interessiert mich sehr, wie sich dieser Eindruck im Raum selbst verändert – und ob ich anschließend manches, was ich jetzt in die Aufnahme hineinhöre, anders beurteile.

VG


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