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Liedanzeige digital oder analog?
Wir hatten vor drei Jahren Angebote eingeholt. Das war alles sehr teuer.
Ich meine für eine Funkbedienung und zwei Tafeln, die in zwei Reihen Buchstaben und Zahlen anzeigen können, war es etwa 5000 Euro, das teuerste und ein günstigeres bei 3500 Euro, was ich auch schon teuer fand für so ein paar Schaltkreise.
Entschieden haben wir uns dann für ein ganz anderes System, das etwas einfacher aussieht, einwandfrei funktioniert und mit 1.750 Euro deutlich günstiger war.
Wir sind zufrieden.
Kisselbach hat ja auch was im Angebot:
https://kisselbach.de/de/produkt/ecantore-liedanzeiger/
Ich kenne aus der Praxis ebenfalls beide Fälle, und den elektr. Liedanzeiger wiederum in verschiedenen Bauarten. Die jeweiligen Vor- und Nachteile sind von den Vorrednern bereits genannt worden. Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich eher Team "Stecktafel", dann kann ich mich ganz in Ruhe auf die Orgelmusik konzentrieren und muss mich nicht mit der Elektronik herumärgern.
Das Preis/Leistungs-Verhältnis ist ja nochmal eine ganz andere Dimension. Selbst wenn der elektrische Anzeiger bevorzugt wird, ist das dann wirklich die Anschaffung wert, wenn man noch keinen hat?
Ich glaube gerade in meiner kleineren Gemeinde, in der eh schon jeder Knopf umgedreht wird, wäre das rausgeschmissenes Geld, selbst wenn ich einen haben wollte. Die paar Gottesdienstbesucher, die noch regelmäßig kommen, wird die Liedtafel sicherlich noch überleben.
Da kommt für mich wohl wirklich nur der Selbstbau in Frage... was am Ende (mal davon abgesehen, dass es kein Fremder bedienen kann) vermutlich noch die deutlich mächtigere Lösung wäre, wenn man mal gedanklich weiter spinnt, was da noch alles möglich wäre.
Je mehr ich drüber nachdenke reizt mich das schon, der technischen Spielerei wegen (ich bin Informatiker im Hauptberuf), aber ich glaube meine Gemeinde würde das auch garnicht wollen. Die würde so ein Fernseher/Display im Kirchenraum vermutlicher eher irritieren...
#24 RE: Liedanzeige digital oder analog?
Nachdem ich mich vor 10 Jahren geweigert hatte einen Liedanzeiger anzuschaffen, gibt es bei uns einen Liedzettel, Din a 4 längsseitig in der Mitte geschnitten (Leporelloformat) und doppelseitig bedruckt. Auf der Rückseite befinden sich die künftigen Termine. Darüberhinaus ist so die Möglichkeit gegeben, auch mal Alternativtexte zu bekannten Lieder zu singen, oder NGL abzudrucken.
Hallo,
bei uns gibt es zum Wochenende den Wochenblick mit den Terminen für die kommende Woche. Da wäre in der Regel auch noch Platz, die Liednummern des Sonntagsgottesdienstes abzudrucken. Allerdings ist der Redaktionsschluss bereits am Dienstag, dann geht es in den Druck, und außerdem wird bisher ein identischer Wochenblick in allen Gemeinden der Pfarrei (14, 15 Gottesdienstorte) verteilt. Das wäre dann vermutlich zu kompliziert, da individuelle Wochenblicke herzustellen...
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
#26 RE: Liedanzeige digital oder analog?
oder in allen Kirchorten die gleiche Liedauswahl ;-)
#27 RE: Liedanzeige digital oder analog?
Hallo,
:-) ;-)
Ich schicke meine Liedvorschläge schon in der Pfarrei herum. Aber erstens sehen die Pläne Alternativen vor: Z.B. Kehrvers + Psalm oder Lied zum Zwischengesang, da an manchen Gottesdienstorten kein Vorsänger da ist und nur dann, wenn der*die Organist*in selbst singt, der Psalm genommen werden kann; auch zu Liedern, die den Morgen (103) oder Abend (101) thematisieren, muss immer eine Alternative da sein, je nachdem ob es sich um einen Gottesdienst am Vorabend oder am Morgen handelt. Auch gebe ich immer, wenn ein Samstag als Mariensamstag deklariert ist, ein Marienlied als Alternative für das Schlusslied an (Vorabendgottesdienst am Samstag!) usw.
Dazu kommt, dass in der Pfarrei rund ein Dutzend Priester tätig sind, die Gottesdienste halten, darunter 5 im (Vor-)Ruhestand, ein Militärseelsorger und ein Ordenspriester, der manchmal aushilft, zwei sind mit überwiegendem Stellenteil als Krankenhausseelsorger tätig usw. Dazu kommen so 10 Gottesdiensthelfer*innen für Wortgottesdienste. Der eine oder andere davon, bei weitem nicht alle, hat halt schon Sonderwünsche oder Eigenheiten. Und dann werden, soweit mein Plan verwendet wird, in den Gemeinden die Liedvorschläge noch an Vorlieben und Repertoire der einzelnen Gemeinden angepasst.
Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Zurück aus dem Urlaub noch meine Meinung zu diesem Thema:
Ich kenne aus meiner Praxis als C-Musiker (inzwischen auch fast 35 Jahre) fast ausschließlich Liedanzeiger und höchstselten Stecktafeln (vor allem in Altenheimen). Als Kind hat mich immer fasziniert, dass unsere Orgel ein "eingebautes Telefon" hatte – sprich: einen Liedanzeiger, der mit Wählscheibe(!) bedient wurde. Zu meinem damaligen Leidwesen wurde der irgendwann altersbedingt durch ein "Tastentelefon" ersetzt.
Bei den Liedanzeigern war ich schon mit allen möglichen Systemen konfrontiert: Vom Projektor in einer Kapelle, an dem man die Nummern per Drehrad einstellen musste (den habe ich mir dann auch als Andenken gesichert) bis hin zu diversen neueren Systemen mit Nummer- und Texteingabemöglichkeit war alles dabei. Ich habe damit nie ein Problem gehabt, von einer Variante abgesehen, bei der der Pfarrer alles vorprogrammiert hatte und ich nur mit einer winzigen Fernbedienung "vor", "zurück", "ein" und "aus" machen konnte. (Da wurde ich vom Hochwürden dann vor versammelter Gemeinde vor dem Vaterunser unwirsch zurechtgewiesen, doch bitte das Agnus Dei anzuzeigen – ich habe dort nur zweimal gespielt.)
Die Stecktafeln haben natürlich den Vorteil, dass die Gemeinde nach einem gesungenen Lied bereits das nächste aufschlagen oder sich einige Lieder im Voraus einmerken kann. Allerdings habe ich auch schon erlebt, dass während der Einführung mehr geblättert wurde, als den Worten des Pfarrers zu folgen; auch nach der Gabenbereitung (wenn dann die drei/vier ersten eingemerkten Lieder rum waren) ging während des Hochgebets wieder das "Lasset uns blättern" los.
Im Urlaub letztes Jahr an der Ostsee konnte ich in vielen evangelischen Kirchen die Liedauswahl des vergangenen Sonntags studieren. Die Tafeln bleiben dort einfach bis zum folgenden Sonntag hängen.
Auch ich stelle meinen Liedplan für mehrere Wochen im Voraus zusammen und schicke ihn dem Pfarrer. In den seltensten Fällen ändert er etwas daran. Eventuelle Vertretungspriester werden informiert, dass der Liedplan entsprechend der Perikopen festgelegt wird. Ggf. ein anderes Lied zu singen ist in meinem Fall kein Problem, die Info reicht mir kurz vorher in der Sakristei.
Ein paar Gedanken, die zumindest ich während eines Gottesdiensts berücksichtige und die für einen Liedanzeiger sprechen:
- Bei uns kommen viele Gottesdienstbesucher erst sehr knapp vor Beginn. Im Endeffekt kann ich oft erst nach dem Eingangslied das Singpotenzial feststellen.
- Es gibt Gottesdienste, in denen z.B. viele SängerInnen meines Chors da sind. Oder andere Leute aus der Gemeinde, die gut mitsingen. Das weiß ich aber erst, wenn ich von der Empore runterschaue. Da ändere ich dann auch nochmal die Lieder, ohne es mit dem Pfarrer absprechen zu müssen.
- Es gibt aber auch Gottesdienste, bei denen ich während des Eingangslieds merke, dass das eigentlich gar nicht so kleine "Publikum" ziemlich mundfaul ist. Da muss ich das Programm nicht auf Biegen und Brechen durchziehen. Zwei Strophen sind da dann oft besser als vier, nur weil es so geplant war.
- Wenn der Pfarrer z.B. frei predigt und sich die Verbindung zu einem Lied ergibt, das man dann zur Gabenbereitung singen kann, weiche ich (ohne Absprache) spontan vom Liedplan ab. Für meinen Pfarrer ist das eine Bereicherung, wie er sagt. Ein Organist, der bei der Predigt zuhört …
- Es gibt Tage, an denen ich stimmlich nicht gut drauf bin oder mich während des Gottesdiensts z.B. verschlucke und den Knoten nicht mehr aus dem Hals bringe. Wenn dann ein Lied mit Vorsängerteilen ansteht, bei dem ich mir denke: "Na danke, das auch noch …", kann ich immer noch reagieren.
Elektronische Liedanzeiger haben für mich und meinen Bereich – aber das ist meine ganz eigene Meinung, der niemand folgen muss – gerade im Hinblick auf immer kleiner werdende Gemeinden deutliche Vorteile: Man ist einfach flexibler und kann spontaner reagieren. Natürlich ist es auch immer eine Gewohnheitssache. Aber in meiner Pfarrei schafft es die Gemeinde schon immer, zwischen "Herr, erbarme dich" und "Nachlass, Vergebung …" das Gloria aufzuschlagen und von "Der Friede des Herrn" über den Friedensgruß das Agnus Dei.
Ich möchte den elektronischen Liedanzeiger nicht missen. Die Bedienung während des Gottesdients stresst mich dabei überhaupt nicht.
#29 RE: Liedanzeige digital oder analog?
Bin zu diesem Thema zufällig über folgenden Beitrag von A. Stingl gestolpert:
https://kukikblog.wordpress.com/2019/09/...-in-drei-tagen/
#30 RE: Liedanzeige digital oder analog?
Das stressigste Gerät in meiner "Laufbahn" war ein ähnlicher Typ wie der erste in Stingls Sammlung. An sich intuitiv und normalerweise ausreichend, aber es gab ein erschwernis: der ein/aus-schalter war ein taster, d.h. man sah nicht am pult, ob der anzeiger an oder aus ist. *Und* man sah die anzeige im kirchenschiff von der empore aus nicht. das heißt, man musste immer sehr sorgfältig ein und ausschalten, da sonst ungeheures passiert wäre. tatsächlich habe ich es immer unfallfrei geschafft :-)
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